domingo, 25 de noviembre de 2012

G+J-Vorstand Jäkel "Das Ende der 'FTD' berührt mich besonders" - Spiegel Online

Hamburg - Als "unvermeidbar" hat Vorstandsmitglied Julia Jkel die Entscheidung des Verlags Gruner + Jahr bezeichnet, die defizitre Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" einzustellen. "Wir haben immerhin zwlf Jahre lang an einem hochambitionierten Objekt festgehalten und darum mit groem Durchhaltevermgen gekmpft", sagte Jkel dem "Hamburger Abendblatt". "Ich habe dort fnf Jahre gearbeitet. Deshalb berhrt mich das Schicksal der 'FTD' ganz besonders."

Die "FTD" erscheint am 7. Dezember zum letzten Mal. Der Verlag hatte am Freitag nach langem Hin und Her das Aus der defizitren Wirtschaftszeitung offiziell verkndet. Das Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" hatte Jkel bereits am Donnerstag gegeben, es aber mit einer Sperrfrist bis Samstag versehen. Trotzdem waren Details ber die Einstellung der "FTD" vorab bekannt geworden, weshalb im Verlag Unmut ber die Kommunikationspolitik des Vorstands entstanden war.

Im "Abendblatt", das selbst vor einer groen Umstrukturierung steht, betonte Jkel nun, die "FTD" sei "schneller, humorvoller und investigativer als andere. Deshalb haben wir so lange an ihr festgehalten". Im Verlagsvorstand sei abgewogen worden, "ob wir echte Chancen fr die nchsten Jahre sehen. Und diese Frage haben wir am Ende mit Nein beantwortet", sagte Jkel, die seit Anfang September zum obersten Fhrungsteam des Hamburger Verlagshauses gehrt und im Vorstand fr das Zeitschriften- und Digitalgeschft in Deutschland zustndig ist.

"Ich will da keine falschen Hoffnungen wecken"

Die "FTD" habe den Verlag mehr als 250 Millionen Euro gekostet. "Wir werden allein dieses Jahr mit unseren Wirtschaftsmedien 15 Millionen Euro Verlust machen", fgte Jkel hinzu. Fr das Anlegermagazin "Brse Online" sowie das Monatsmagazin "Impulse" prft G+J nach eigenen Angaben die Mglichkeit eines Verkaufs. Das Magazin "Capital" sowie die Neugrndung "Business Punk" sollen dagegen erhalten und nach Berlin verlegt werden. Dem Verlag zufolge sind in der Gemeinschaftsredaktion der G+J-Wirtschaftsmedien 364 Mitarbeiter betroffen. Es werde versucht, ihnen andere Arbeitspltze im Verlag anzubieten: "Aber im groen Stil ist das nicht mglich. Ich will da keine falschen Hoffnungen wecken."

Auf die Frage, wie stark der Medienstandort Hamburg sei, antwortete Jkel: "Wir haben jetzt eine schwere Zeit, die uns sehr berhrt und fr alle Mitarbeiter am Standort hart ist. Aber wir sind ein starkes Haus auf einem guten Weg." ber die Zukunft von Gruner + Jahr uerte sich Jkel verhalten positiv: "Es gibt ein paar Dinge, die uns Sorgen machen. Aber wir haben auch jede Menge erfolgreiche Titel, die mich in meiner berzeugung bestrken, dass wir noch viele Jahre Freude an Print haben werden."

Der Verlag hatte nach Angaben Jkels Alternativen zu einer Einstellung der "FTD" intensiv geprft. Sowohl das Modell einer verschlankten und um eine digitale Bezahlversion ergnzte Tageszeitung als auch das Konzept einer ausschlielich digitalen Ausgabe seien aber wieder verworfen worden. "Unabhngig von der Vergangenheit wrden diese Modelle noch einmal immense Investitionen bedeuten, die mit ungeheuren Risiken verbunden wren", stellte Jkel klar. Daneben habe es bis zum Schluss einen serisen Interessenten fr das Blatt gegeben.

Auch Grndungschefredakteur Andrew Gowers bedauerte das Aus der "FTD". "Es war eine sehr gute Zeitung mit exzellenten Journalisten", sagte er der Zeitung "Die Welt". Der Verlag G + J habe es versumt, ein Konzept fr eine Online-Zeitung zu entwickeln: "Man kann das nicht von einem auf den anderen Tag machen."

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