Düsseldor (RP). Vorstand und Aufsichtsrat von Kabel Deutschland (KDG) machen Werbung für die Übernahme ihres Unternehmens durch Vodafone. Die Gremien empfahlen den KDG-Aktionären, das Angebot anzunehmen. Das Unternehmen sei mit 87 Euro je Aktie angemessen bewertet, hieß es in einer Stellungnahme. "Nach eingehender Prüfung der Angebotsunterlage sehen wir uns darin bestätigt, dass der Angebotspreis finanziell attraktiv und die strategische Perspektive durch die Übernahme vielversprechend ist", erklärte KDG-Chef Adrian von Hammerstein, "Kabel Deutschland und Vodafone ergänzen sich ideal."
Vodafone hatte Ende Juni eine Offerte vorgelegt. Für 7,7 Milliarden Euro wollen die Briten Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber schlucken. Einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen damit 10,7 Milliarden Euro wert. Zahlen will Vodafone 84,50 Euro je Aktie in bar plus 2,50 Euro Dividende, die KDG für das Geschäftsjahr 2012/2013 versprochen, aber noch nicht gezahlt hat. Für die Aktionäre, die seit dem Börsengang von KDG im März 2010 dabei sind, würde sich ihr Einsatz in etwa vervierfachen. Gelingt der Kauf, wäre er der größte in Europa in diesem Jahr und der teuerste für Vodafone seit 2007.
"Das Angebot liegt nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat im Interesse der Kabel Deutschland Holding AG, ihrer Aktionäre, ihrer Arbeitnehmer und ihrer weiteren Stakeholder", hieß es in der Stellungnahme. Ihre Unterstützung für das Angebot hatten Vorstand und Aufsichtsrat schon im Vorfeld deutlich gemacht. Gemeinsam wären die Unternehmen in einem sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld schlagkräftiger gegenüber der Deutschen Telekom. Vodafone wäre zudem nicht mehr so stark auf die Zusammenarbeit mit dem Rivalen aus Bonn angewiesen. Das Vorhaben muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.
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