Die einst glorreiche japanische Elektronikindustrie kämpft mit riesigen Verlusten. Der schwächere Yen hilft in der Not, reicht aber nicht aus, das Ruder herumzureißen. Branchen-Pionier Sharp sucht dringend finanzkräftige Verbündete. Mit Samsung naht Hilfe. Die dürfte aber Folgen haben für Sharps bisherige Zusammenarbeit mit Apple.
Der südkoreanische Unterhaltungselektronik-Hersteller Samsung will Insidern zufolge mit drei Prozent beim maroden Rivalen Sharp einsteigen. Für den Minderheitsanteil wolle Samsung zehn Mrd. Yen (umgerechnet rund 82 Mio. Euro) an die Japaner zahlen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Zudem würden beide Konkurrenten eine strategische Partnerschaft eingehen. Das Bündnis sollte noch im Tagesverlauf bekanntgegeben werden. Samsung und Sharp lehnten eine Stellungnahme ab.
Tuch zu Apple wird zerschnitten
Der Deal könnte weitreichende Folgen haben auch für Apple und Apples Hauptlieferanten und bisherigen Sharp-Partner Foxconn. Bisher war Sharp ein wichtiger Lieferant für Apple. Im Weihnachtsquartal profitierte Sharp von der hohen Nachfrage für Apples iPhone5. Samsung dürfte einen Keil in die bisherige Partnerschaft der Japaner mit dem Apple-Reich treiben.
Der Einstieg des weltgrößten Auftragsfertigers Foxconn beim angeschlagenen japanischen Elektronik-Riesen Sharp droht sowieso schon zu platzen, wie Medienberichte vor kurzem meldeten. Die Gespräche, die sich beretis seit einem Jahr hinziehen, würden wohl am 26. März ohne eine Einigung auslaufen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.
Der Einstieg des Unternehmens mit Hauptsitz in Taiwan, das vor allem als Hersteller von Apple-Geräten wie iPhone und iPad bekannt ist, sollte Sharp dringend benötigte Finanzmittel und Aufträge bringen. Nach der ursprünglichen Vereinbarung von März vergangenen Jahres wollte Foxconn einen Anteil von 9,9 Prozent zu 550 Yen pro Aktie übernehmen.
Nachdem der Kurs der Sharp-Aktie angesichts schlechter Geschäftszahlen auf bis zu 150 Yen dahinschmolz, wurden jedoch neue Gespräche notwendig. Sie blieben bisher ergebnislos, obwohl sich die Aktie inzwischen auf gut 300 Yen erholte.
Kapitalspritze lebensnotwendig
Sharp rechnet für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr mit dem zweiten Rekordverlust in Folge, diesmal soll das Minus 450 Mrd. Yen (3,6 Mrd. Euro) erreichen. Im Herbst musste Sharp bereits warnen, dass die desolate Finanzlage den Fortbestand des Unternehmens gefährdet. Inzwischen hat sich die Lage mit einem schwächeren Yen wieder etwas entspannt, die jüngsten Quartalszahlen fielen besser aus als erwartet.
Sharp schaffte immerhin den ersten operativen Gewinn seit mehr als einem Jahr. Die japanischen Elektronik-Konzerne leiden schwer unter dem Nachfrage-Rückgang bei Flachbild-Fernsehern, mit dem ihre Rivalen aus Südkorea und China besser klarkommen.
Sharp wird besonders aufmerksam beobachtet, seit der Flachbild-TV-Pionier im vergangenen Herbst gewarnt hatte, dass die desolate Finanzlage seine Existenz bedrohe.
Quelle: n-tv.de
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