Google greift enorm tief in die Tasche, um ein neues Smartphone zu verkaufen: Bis zu 500 Millionen Dollar will der amerikanische Konzern angeblich fr das Marketing des "Moto X" ausgeben, einem iPhone-Konkurrenten mit Android-Betriebssystem. Doch ein im Netz aufgetauchtes Werbevideo spaltet nun die Tech-Journalisten: Ist es naiv oder tollpatschig, inmitten des Prism-berwachungsskandals ein Smartphone damit zu bewerben, dass dessen Mikrofon stndig angeschaltet ist?
Das geleakte Moto-X-Video gehrt zum Werbearsenal des kanadischen Mobilfunkanbieters Rogers. Es zeigt, wie eine Nutzerin nur ber ihre Stimme das Handy aufweckt und eine Wettervorhersage anfordert: "OK, Google Now, wie wird heute das Wetter?" Das ist nur mglich, wenn das Moto X stndig mithrt und auf das Stichwort "OK, Google Now" achtet. Im Video heit es: "Ihr Moto X hrt zu und kann reagieren. Sprechen Sie mit ihm und es lernt ihre Stimme kennen. Dank Google Now kann es Ihnen sagen, was Sie wissen wollen, selbst wenn sie den Bildschirm nicht berhren."
Google Now ist eine Software, die versucht dem Smartphone-Anwender automatisch fr ihn relevante Informationen, etwa den Wetterbericht oder eine im Kalender eingetragene Flugbuchung, bereitzustellen. Die Software ist selbstlernend und soll beispielsweise erkennen, wenn man tglich zur selben Zeit zur Arbeit fhrt. So soll sie in der Lage sein, bereits beim Frhstck auf einen Stau auf dem Weg zur Arbeit hinzuweisen und Alternativrouten anzubieten. Die Software ist bereits seit einiger Zeit auf Android-Smartphones vorinstalliert und kann seit einigen Wochen auch ber Googles iPhone-App genutzt werden.
Neu an der Google-Now-Version im Moto X ist, dass sie dem Nutzer (gem einem neuen Interaktionsmodell) die Wnsche quasi von den Lippen ablesen knnen soll - wozu dieser allerdings stndig vom Handy berwacht werden muss.
Technisch ist das alles andere als trivial; zumal, wenn die Akkulaufzeit ein Thema ist. Dass Googles neues Handy tatschlich als Massen-berwachungswerkzeug dienen knnte, wie das nun in einigen Programmiererforen vermutet wird, ist also eher unwahrscheinlich.
Trotzdem beunruhigt es viele Menschen, die sich an der zunehmenden Durchdringung des Alltags mit berwachungstechnik stren. Immerhin ist das neue Interaktionsmodell ja Zeitgeist: Erst krzlich patentierte Microsoft die Wohnzimmer-berwachung mit der Xbox - die Datenschtzer Schaar daraufhin als "berwachungsgert" brandmarkte. Jedes Handy taugt zum berwachungssensor, der in den Aufenthaltsorten der Nutzern Gewohnheiten zu erkennen versucht, aus denen es Vorhersagen fr deren knftigen Wnsche ableitet. So wie Google Now, wenn es morgens rt: "Stehe heute eine halbe Stunde frher auf, es ist mal wieder Stau auf dem Arbeitsweg."
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