Apple stellt neue iPhone-Modelle vor
Bunt, aber nicht billig
Apple hat die nächste Generation des iPhone vorgestellt. Die beiden neuen Modelle kommen am 20. September auch in Deutschland auf den Markt. Schon im Vorfeld der Präsentation hatte es wie üblich viele Gerüchte gegeben - so manche Erwartung wurde allerdings enttäuscht.
Von Wolfgang Stuflesser, SWR, Los Angeles
Es passt wie die Faust aufs Auge: Ausgerechnet in Zeiten des großen NSA-Skandals bringt Apple, eine der mächtigsten Computerfirmen der Welt, ein Telefon auf den Markt, das als wichtigste neue Funktion einen Fingerabdruckleser hat. Als hätten Apple und Co. nicht schon genug Informationen von uns, mag sich mancher Kunde denken.
Kein Wunder, dass Apple bei der Vorstellung des neuen iPhone ein Video zeigte, in dem der verantwortliche Hardware-Manager Dan Riccio versichert, dass alle Fingerabdruckdaten verschlüsselt gespeichert werden, das Telefon nie verlassen und auch nie auf Apples Server gelangen.
Und tatsächlich hat Apple vermutlich weniger das Sammeln neuer Daten im Blick als das schiere Geld: Mit dem Fingerabdruck kann sich der Nutzer bequem ausweisen, um Apps, Filme oder elektronische Bücher zu kaufen. Der Sensor ist in den Homebutton eingebaut, den Knopf vorne unten auf dem Gerät. Daumen drauf, und schon ist der Einkauf autorisiert.
Apple stellt neue iPhone-Modelle vor
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
11.09.2013 07:18 Uhr
Mehr Evolution als Revolution
Und das ist auch schon die spektakulärste Funktion des neuen iPhone. Dabei ist Apple beileibe nicht die erste Firma, die eine entsprechende Technik anbietet. In der Online-Show Macbreak Weekly wertete der Technik-Journalist Chris Breen den Sensor als Zeichen dafür, dass im Moment kein Hersteller wirklich spektakuläre Innovationen bietet: "Die Hardware-Neuerungen sind nicht mehr so wie in den ersten Generationen. Da hatte man das erste iPhone und sagte: Das braucht ganz klar eine bessere Kamera. Inzwischen sind Smartphones so weit entwickelt, dass es eher um Detailverbesserungen geht. Das gilt auch für den Fingerabdruckleser: Den hätte man absolut nicht gebraucht."
Verbesserungen im Detail
Ansonsten ist das, was Apple vorgestellt hat, die übliche Modellpflege: Das neue iPhone - es heißt nun 5s nach der Version 5 des Vorjahres - soll fast doppelt so schnell sein wie sein Vorgänge. Die eingebauten Kameras wurden verbessert. Ein zusätzlicher Chip soll den Hauptprozessor entlasten, zudem soll der Akku länger halten.
Außer den Farben Schwarz und Weiß - die jetzt Space-Grau und Silber heißen - kommt das neue Modell auch in einer goldenen Variante. Ab 20. September ist es zu haben, ab rund 200 Euro, wenn man einen zweijährigen Handyvertrag abschließt.
Alte Technik wird bunt
Wer's noch bunter möchte, für den gibt es in Zukunft das iPhone 5C wie in Color: Mit einem Plastikgehäuse in fünf verschiedenen Farben: grün, blau, gelb, pink und weiß. Drinnen steckt mehr oder weniger die Technik des iPhone 5 aus dem vorigen Jahr. Dafür ist das bunte Teil auch etwa 100 Euro günstiger als das Topmodell 5s, also mit Vertrag ab rund 100 Euro zu haben.
Apple stellt Billig-iPhone 5s vor
ARD-Morgenmagazin, 11.09.2013, Thomas Schmidt, ARD New York
Experten, die das 5C-Modell als Billig-iPhone für Wachstumsmärkte in Asien, Afrika oder Südamerika gesehen hatten, wurden enttäuscht: Ohne Vertrag liegt der Preis bei 600 Euro. Nach Ansicht von Rene Ritchie vom Online-Magazin "imore" könnte sich Apple mit dem bunten Plastiktelefon trotzdem eine neue Kundschaft erschließen: "Die nächste Milliarde Kunden, das werden Leute sein, die von einem Nicht-Smartphone umsteigen. Sie sind in der Regel deutlich preisbewusster, wollen aber auch die lustigen Features und Geräte, die nicht so schnell kaputt gehen - das scheint genau der Markt zu sein, auf den Apple mit dem iPhone 5C zielt."
Neues Betriebssystem kommt nächste Woche
Und auch wer erst mal gar kein neues iPhone kaufen will und eine frühere Version besitzt, kann sich den nächsten Mittwoch im Kalender markieren: Ab dann lässt sich die Version 7 des mobilen Betriebssystems iOS herunterladen. Apple hat sein etwas in die Jahre gekommenes System technisch wie optisch runderneuert.
Das heißt aber auch, dass manch ein Nutzer sich vermutlich erst mal nicht richtig zurechtfinden wird. Wer sich unsicher ist, sollte vielleicht lieber noch warten: Ist das Update erst mal aufgespielt, gibt es nämlich kein Zurück mehr.
Stand: 11.09.2013 07:14 Uhr
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