Apple-Chef Tim Cook machte sich im vergangenen Jahr persnlich ein Bild von der Situation in China. Er besuchte Zuliefererbetriebe, in denen iPhones und iPads hergestellt werden. Diese Firmen, allen voran Foxconn, waren wegen illegaler berstunden und mieser Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten.
Cooks Werbebotschaft: Apple kmmert sich, will besser darauf achten, dass Standards eingehalten werden. Genau das bestreitet nun China Labor Watch, die mit einem ausfhrlichen Report den Apple-Zulieferer Jabil kritisieren. Der Bericht liegt SPIEGEL ONLINE vor. Am Standort Wuxi, an dem rund 30.000 Menschen beschftigt sind, habe man Verste gegen chinesische Gesetze und gegen Apples "Code of Conduct" festgestellt.
Hergestellt werden dort angeblich auch Teile fr ein gnstigeres Modell des iPhones, das Apple am 10. November vorstellen soll. Fr die Fertigung seien extra Maschinen aufgebaut und Leiharbeiter eingestellt worden. Die Fabrik gehrt der US-Firma Jabil aus Florida. Die Firma erklrte gegenber Fox Business, man werde die Anschuldigungen untersuchen. Ein Team sei unterwegs nach Wuxi, um die Behauptungen zu berprfen. Laut China Labor Watch will Apple eigene Mitarbeiter zu der Fabrik schicken, um den Vorwrfen nachzugehen.
- Von China Labor Watch befragte Arbeiter gaben an, mehr als 60 Stunden in der Woche zu arbeiten - erlaubt sind in China maximal 49. Im Monat wrden 100 berstunden anfallen, was Abrechnungszettel belegen sollen.
- Die Grundlhne seien mit umgerechnet 245 Dollar weit unter dem Durchschnitt in der Stadt Wuxi (472 Dollar). Zwei dieser Einkommen wrden nicht reichen, um ein Kind grozuziehen - die Arbeiter seien auf berstunden angewiesen.
- Jeden Monat kmen pro Arbeiter 11 unbezahlte und nicht registrierte berstunden hinzu, wodurch die Firma angeblich jhrlich 8,3 Millionen Dollar spart.
- Die Einarbeitung neuer Arbeiter betrage nur zwei Stunden, die Hinweise zum Umgang mit gefhrlichen Maschinen und Werkstoffen seien unzureichend.
In dem ausfhrlichen Report von China Labor Watch kommen Arbeiter zu Wort, Fotos illustrieren die bemngelten Zustnde. ber die Cafeteria gibt es sogar lobende Worte. Ausgestattet mit einer Klimaanlage sei diese, habe gengend Sitzpltze und biete eine gro Auswahl verschiedener Speisen und Getrnke. Jedoch sei das Gelnde so weitlufig und die Essenspause von 30 Minuten so knapp bemessen, dass Arbeiter kaum Zeit htten, sich hinzusetzen, um rechtzeitig wieder an ihrem Arbeitsplatz zu sein.
Den Arbeitern wrden kostenpflichtige Schlafpltze angeboten. Acht Menschen wrden sich dabei einen Raum teilen, es wrde dabei keine Rcksicht auf verschiedene Arbeitszeiten genommen. So wrden Nacht- und Tagschichtarbeiter sich gegenseitig stren.
Die Produktion von Plastikteilen fr ein neues iPhone-Modell soll dem Bericht zufolge den Arbeitern besondere Hrten abverlangen. Angeblich will Apple zwei neue iPhones vorstellen, eines davon soll aus Plastik und gnstiger sein - dieses soll in der Jabil-Fabrik hergestellt werden. Offenbar muss es schnell gehen: Um die hohen Vorgaben einzuhalten, wrden Sicherheitsstandards gezielt unterlaufen.
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