martes, 3 de septiembre de 2013

Google Glass findet Anklang bei Testern - Nordwest-Zeitung

San Francisco Googles neue Datenbrille Google Glass ist nicht nur etwas für Computerfreaks. Geht es nach dem Internetkonzern, wird Google Glass den Umgang des Menschen mit der Onlinewelt revolutionieren. Der Nutzer setzt die Datenbrille, die wie ein Smartphone funktionieren soll, einfach auf und fertig. Rund 10 000 Menschen testen derzeit Google Glass, darunter auch Lehrer, Zahnärzte, Friseure, Architekten, Sportler und sogar ein Zoowärter.

Zu den Testpersonen gehören etwa die ehemalige US-Fernsehmoderatorin Sarah Hill, die sich inzwischen für Kriegsveteranen einsetzt, und die Hausfrau Deborah Lee. Besonders gefallen an Google Glass hat Hill und Lee die Möglichkeit, mit der an der Brille befestigten Kamera Fotos und Filme zu produzieren, und zwar allein durch Sprachsteuerung. Auch der einfache Zugang zum Internet gefiel ihnen. Man tippt gegen den rechten Rahmen von Glass und scrollt dann per Wischbewegung durchs Menü. Darüber lässt sich etwa der Kartendienst von Google aufrufen oder eine Suchmaschinenabfrage starten. Die Informationen erscheinen auf einem daumennagelgroßen transparenten Bildschirm oberhalb des rechten Auges, so platziert, dass das Sichtfeld des Nutzers möglichst nicht eingeschränkt wird.

Negativ bewerteten sie die kurze Akkulaufzeit. Besonders rasch lehrt sich die Batterie, wenn viel mit der Videokamera gearbeitet wird. Google gibt an, dass der Akku von Google Glass bei normaler Nutzung einen ganzen Tag reichen sollte, aber Hill berichtet, dass manchmal nach anderthalb bis zwei Stunden nichts mehr ging, wenn sie die Kamera viel benutzt hat.

Auch der Lautsprecher sei noch nicht optimal, sagten die Testerinnen. Der Lautsprecher arbeitet mit Knochenschall, der Ton sei jedoch außerhalb stiller Räume nur schwer zu verstehen, so die Frauen. „Draußen auf der Straße oder an einem anderen lauteren Ort versteht man überhaupt nichts", sagt Lee. „Das ist schon anstrengend, weil es sich nicht korrigieren lässt. Eine Lautstärkeregelung würde meiner Meinung nach viele Probleme lösen."

Lee hat die Datenbrille vor allem für Privates genutzt: Sie hat besondere Augenblicke mit ihrer neun Monate alten Tochter Maddie aufgezeichnet, beispielsweise, wenn sie die Kleine gekitzelt und auf den Bauch geküsst hat. „Mit einem Handy in der Hand kann man das nicht machen", sagt Lee.

Sie hat die Datenbrille auch dazu genutzt, live per Video ihre Eltern zuzuschalten, damit diese dabei sein konnten, als Maddie erstmals feste Nahrung zu sich nahm. „Ich zeichne all diese kleinen Augenblicke auf, die bei einem Baby so aufregend sind," erzählt Lee.

Datenschützer treibt gerade dieser Punkt – die Möglichkeit, freihändig aufzuzeichnen – Schweißperlen auf die Stirn. Sie monieren, es werde dadurch noch einfacher, unbemerkt Aktivitäten anderer aufzuzeichnen.

Vielleicht sind die Bedenken aber auch müßig, denn manche Experten sind nicht überzeugt, dass sich Google Glass am Massenmarkt durchsetzen wird. Die Datenbrille werde als lustige Randnotiz, die niemals ihren Vorschusslorbeeren gerecht wurde, in die Geschichte eingehen, glauben sie.

Google Glass dürfte nicht mehr als 150 Euro kosten, um reichlich Absatz zu finden, meint Angela McIntyre vom Marktforscher Gartner. In der Frühphase mussten die Tester noch 1200 Euro für das exklusive Vergnügen berappen, zu der kleinen Gruppe derer zu gehören, die das Produkt als erstes ausprobieren durften. McIntyre sagt, nicht Google Glass, sondern internetfähige Smartwatches würden für Aufsehen sorgen: „Die Leute sind halt einfach eher daran gewöhnt, sich Technik ans Handgelenk zu schnallen."

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