Das Passwort knnte in Zukunft berflssig werden. Zumindest wenn es nach Apple geht: Der kalifornische Techgigant hat in seinem neuen iPhone 5S erstmals einen Fingerabdruckscanner (Touch ID) eingebaut, mit dem sich das Handy vom Besitzer nur durch Fingerauflegen entschlsseln lsst. Das nervige Eintippen einer PIN soll damit der Vergangenheit angehren. Nur: Ist solch eine Technologie denn berhaupt sicher? Ja, sagt Apple. Die Daten fr den Fingerabdruck werden verschlsselt tief im Gert gespeichert und weder auf irgendwelche Server hochgeladen noch anderen App-Anbietern zugnglich gemacht. Der Datenschtzer Johannes Caspar ist anderer Meinung: Er kritisiert den neuen Schutzmechanismus des Apple-Smartphones.
"Biometrische Merkmale kann man nicht lschen"
"Biometrische Merkmale kann man nicht lschen. Sie begleiten uns das Leben lang", sagte Caspar dem "Spiegel". "Fingerabdrcke sollte man daher nicht fr alltgliche Authentifizierungsverfahren abgeben, insbesondere wenn sie in einer Datei gespeichert werden." Zudem knne dadurch ein Gewhnungseffekt eintreten, und die Menschen wrden wie selbstverstndlich die Iris, den Finger oder das Gesicht scannen, warnt der Hamburger Datenschutzbeauftragte.
Im Zuge des Prism-Skandals versicherte Apple-Manager Phil Schiller bei der Vorstellung der neuen iPhones, dass die Privatsphre der Nutzer oberste Prioritt habe. Der neue Fingerabdruckscanner sei ein groer Fortschritt, schwrmt der Apple-Mann. Nicht einmal die Hlfte der iPhone-Nutzer haben Untersuchungen zufolge einen Sperrcode auf ihrem Gert eingerichtet.
Das Argument hlt Caspar aber fr nicht besonders durchschlagend: "Der normale Nutzer ist gegenwrtig kaum in der Lage zu kontrollieren, was Apps mit dem Handy machen, auf welche Daten des Gerts sie zugreifen, welche Informationen sie auslesen." Caspar rt deshalb zur Datensparsamkeit: "Wo es nicht sein muss, sollte man seine biometrischen Daten auch nicht hinterlassen", sagt der 51-Jhrige im "Spiegel"-Interview.
Fingerabdruckscan kann deaktiviert werden
Ganz korrekt ist Caspars Erklrung nicht: Anders als von ihm behauptet speichert das iPhone 5S den Fingerabdruck der Nutzer nicht in einer Datei, sondern in einer mathematischen Ableitung, einem sogenannten Hash. Dadurch wird es Fremden erschwert, die Daten auszulesen. Wer ein neues iPhone 5S kaufen mchte (erscheint am 20. September), kann die Funktion auerdem in den Einstellungen deaktivieren.
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