In den 80er-Jahren bekämpfte David Hasselhoff alias Micheal Knight zusammen mit seinem intelligenten Sportwagen "KITT" Verbrecher. Wenn es ernst wurde, konnte der Pontiac Firebird auch alleine gegen die Bösen vorgehen. Vorsprung durch Technik par excellence. Unbestätigten Medienberichten zufolge arbeitet der Internet-Riese Google selber an einem eigenen intelligenten, selbstfahrenden Auto wenn auch nicht, um damit auf Verbrecherjagd zu gehen.
Bisher baut der US-Konzern seine Hightech-Komponenten immer nur in die Wagen anderer Hersteller. Google habe in den vergangenen Monaten vielversprechende Gespräche mit Auftragsfertigern über den Bau von Fahrzeugen nach Google-Vorgaben geführt, berichtete der Technologie-Journalist Amir Efrati. Der sehr gut vernetzte Efrati war zuvor bei der amerikanischen Tageszeitung "Wall Street Journal" tätig und baut jetzt ein neues Technologie-Blog auf.
Google schwebe bei seinen Überlegungen vor allem ein "Robo-Taxi" vor, das in Städten autonom Fahrgäste einsammeln und an ihr Ziel bringen könne, schreibt Efrati unter Berufung auf informierte Personen. Das wirft ein völlig neues Licht auf den Einstieg des Risikokapital-Arms Google Ventures mit über 250 Millionen bei Uber. Bei der Finanzierungsrunde wurde der amerikanische Edel-Taxidienst demnach insgesamt mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet. Google kommt in dem Papier zwar nicht explizit vor, dem Magazin "Fortune" zufolge zieht allerdings Googles Chefjustiziar David Drummond in den Verwaltungsrat der Firma ein.
Bei Uber können Nutzer über eine Smartphone-App einen meist schwarzen Oberklassewagen bis hin zur Limousine bestellen, abgerechnet wird bargeldlos im Hintergrund. Die Tarife sind höher als bei herkömmlichen Taxi-Diensten und werden zudem in Stoßzeiten an die Nachfrage angepasst. In mehreren US-Städten stieß Uber auf Widerstand der Behörden, weil das Start-up bei seiner Expansion in eigentlich regulierte Taxi-Märkte vorstieß. Uber wurde 2009 gegründet und ist neben zwei Dutzend US-Städten auch in Berlin, München, Zürich und London aktiv.
Ob Google in Kooperation mit Uber nun im Alleingang ohne Kooperation aus der Automobilbranche Roboter-Limousinen herstellen wolle, schränkte der Journalist allerdings ein. Der Internet-Konzern versuche auch nach wie vor, etablierte Autobauer ins Boot zu holen. Google habe über die Produktion des eigenen Autos unter anderem mit dem deutschen Autozulieferer Continental und dem Auftragsfertiger Magna aus Österreich gesprochen, schrieb Efrati. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte berichtet, Google und Continental näherten sich einem Kooperationsdeal beim autonomen Fahren aneinander an, nähere Details blieben allerdings noch im Dunkeln.
Google testet schon seit mehreren Jahren selbstfahrende Autos in den Vereinigten Staaten. Google-Ingenieur Sebastian Thrun, der Direktor des "Stanford Artificial Intelligence Laboratory" und Mit-Erfinder von Streetview, leitet das Projekt. 2005 gewann der Stanford-Professor mit dem Roboter-Wagen "Stanley" die DARPA Grand Challenge des US-Verteidungsministeriums und die Siegbörse von zwei Millionen Dollar. Inzwischen legten die Google-Wagen mit den markanten Radar-Aufbauten auf dem Dach mehr als eine halbe Millionen Kilometer vor allen in den menschenleeren Wüsten der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada zurück. Ursprünglich wurde die Technik in das Hybrid-Motor-Modell Prius von Toyota eingebaut, zuletzt waren auch andere Wagen zu sehen. Die Autohersteller selbst arbeiten an eigenen Konzepten für autonomes Fahren. Nach der Enthüllung des Google-Projekts vor rund drei Jahren intensivierten sie ihre Anstrengungen. Zugleich glaube der Konzern nicht, dass die meisten Autohersteller komplett selbstfahrende Autos bauen wollten, schrieb Efrati unter Berufung auf seine Quellen. Viele Manager aus der Autobranche betonten in der Vergangenheit, man wolle den Autofahrer auf keinen Fall bevormunden. Außerdem seien Assistenzsysteme vor allem dazu da, den Menschen zu unterstützen, nicht den Fahrspaß zu nehmen.
Ein weiterer Schritt in Richtung Auto-Komplettpaket machte Google zuletzt: In der Öffentlichkeit kaum bemerkt, hat der Internet-Konzern im Juni für fast eine Milliarde US-Dollar (750 Millionen Euro) den israelischen Internetdienst Waze übernommen. Jetzt beginnt die Integration des Dienstes in Google-Maps. Unter anderem in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA werden künftig Informationen zu Unfällen und anderen Verkehrshindernissen in den Apps für iOS und Android auf Smartphones und Tablets bereit gestellt. Damit integriert Google die hinter Waze steckende Idee in sein bereits vorhandenes Angebot.
Waze ist ein Service, der Verkehrsinformationen per sogenanntem "Crowdsourcing" generiert. Im Klartext: Nutzer übermitteln ähnlich wie bei einem sozialen Netzwerk unterwegs via Smartphone Verkehrsinfos an den Dienst. Diese werden sofort in den Waze-Kartendienst übernommen und dort verarbeitet. Die Routenberechnung berücksichtigt daraufhin sofort Unfälle, Behinderungen oder Sperrungen.
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