Unternehmen verbucht einen Rekordumsatz und enttäuscht die Anleger dennoch
Zukunftssorgen überschatten bei Apple die Rekordverkäufe des iPhone und iPad. Das wertvollste Technologieunternehmen der Welt enttäuschte im Weihnachtsquartal die hohen Erwartungen. Zum dritten Mal in Folge fiel der Umsatz der Kalifornier trotz eines neuen Rekords von 54,5 Milliarden Dollar geringer aus als von Analysten prognostiziert.
Dies wirft Fragen auf, ob es Tim Cook, Nachfolger des legendären Apple-Gründers Steve Jobs, gelingen wird, die anspruchsvollen Fans des Unternehmens mit einem neuen Kassenschlager bei Laune zu halten. Nach iPhone und iPad, die die Standards für alle anderen Smartphones und Tablets setzten, fehlt eine bahnbrechende Produktneuheit. Zugleich holen viele Konkurrenten auf, der südkoreanische Samsung-Konzern ist sogar schon vorbeigezogen. Apple-Aktien stürzten trotz 47,8 Millionen verkaufter iPhones ab.
Nun drängt sich die Frage auf, ob Apple das selbst vorgegebene Tempo halten und weiterhin von Rekord zu Rekord eilen kann. Bislang lebte der Konzern von seiner Innovationskraft so revolutionierte der iPod die Musikbranche, das iPhone veränderte den Telefon-Markt und das iPad ließ die PC-Hersteller alt aussehen. Doch die Neuerungen wie das iPad Mini befriedigten die Erwartungen kaum. "Man kann nicht immerzu iPhones und iPads auf den Markt bringen und davon ausgehen, dass schon jeder ein neues braucht", sagte der Chef des Vermögensverwalters DoubleLine Capital, Jeffrey Gundlach. "Das Mini? Was soll da dran sein? Das ist ein etwas kleineres iPad. Definiert man so Innovation?"
Analysten rätseln, ob und was Apple in der Pipeline hat. Noch immer hoffen viele auf die Neuerfindung des Fernsehers. "Apple muss innovativer werden", forderte der Analyst Trip Chowdhry von Global Equities Research. Das iPhone komme in die Jahre. "Sie brauchen bald ein völlig neues Gerät in Monaten, nicht Jahren". An der Börse ging es abwärts. Seit dem Rekordhoch der Aktie im September fiel sie um 34 Prozent damit verlor der im Silicon Valley ansässige Konzern 227 Milliarden Dollar an Wert. Dies entspricht in etwa der Wirtschaftsleistung von Hongkong. Am Mittwoch nach Börsenschluss kamen weitere 50 Milliarden Dollar hinzu, die Aktie stürzte an der Wall Street nachbörslich um zehn Prozent auf 463 Dollar ab. Damit ist Apple aber immer noch so viel wert wie Dell und Hewlett-Packard zusammen.
No hay comentarios:
Publicar un comentario