Hamburg - Lange hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft auf einen groen Sieg gewartet. Im letzten Gruppenspiel der WM in Spanien gelang ihr endlich ein Erfolg gegen eine Handball-Supermacht. In Barcelona bezwang die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) Olympiasieger und Titelverteidiger Frankreich 32:30 (16:16) und erreichte damit als Gruppensieger das Achtelfinale am Sonntag (15.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dort trifft die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger auf Mazedonien.
"Wir knnen glcklich sein. Wir haben nicht mit den Punkten gerechnet und locker aufgespielt", sagte der Kreislufer Patrick Wiencek. Es war der erste deutsche Sieg gegen Frankreich seit dem 1. Februar 2007. Spielmacher Michael Haa sagte: "Das kann uns nur pushen. Jeder hat uns fr die Gurkentruppe vom Dienst gehalten, aber wir wissen, was wir knnen." Ein groes Lob gab es vom ehemaligen Welthandballer Nikola Karabatic. "Deutschland hat groartig gespielt", sagte der Franzose, der acht Tore warf.
Nach 33 Sekunden brachte Sven-Sren Christophersen das deutsche Team in Fhrung - es sollte der Startschuss fr eine rasante und intensive erste Hlfte sein. Die DHB-Auswahl traf berraschend oft und sicher aus dem Rckraum, die Franzosen konterten mit ihrer individuellen Klasse, vor allem dank Nikola Karabatic und Daniel Narcisse. Besonders in Unterzahl prsentierte sich Deutschland stark, lie nur wenige Gegentreffer zu und war selbst erfolgreich.
Heinevetter sorgt mit pariertem Siebenmeter fr Vorentscheidung
Beide Teams konnten sich auf maximal zwei Tore absetzen, mit einem gerechten 16:16 ging es in die Pause. Aus der startete die deutsche Mannschaft furios. Erst schloss Patrick Groetzki einen Schnellangriff ab, dann war es Dominik Klein, der einen langen Pass von Torwart Silvio Heinevater im Sprung annahm und direkt zum 18:16 verwandelte (32.). Kurz darauf ging die DHB-Auswahl sogar mit drei Toren in Fhrung. Frankreich kam jedoch zurck und glich in der 38. Minute aus (21:21).
Kurz darauf musste die Begegnung fr einige Minuten unterbrochen werden. Der Grund: Der Pfosten des deutschen Tores war nicht richtig fest und musste repariert werden. Danach gab es einen Bruch im Spiel der Franzosen, Deutschland agierte weiterhin stark und ging mit fnf Treffern in Fhrung (27:22, 47.).
In der Schlussphase schienen die Krfte bei Deutschland nachzulassen, Frankreich verkrzte auf 27:28 (54.). Doch die DHB-Auswahl konnte sich erneut befreien und fhrte drei Minuten vor dem Ende mit zwei Toren. Fr die Vorentscheidung sorgte DHB-Torwart Heinevetter, als er einen Siebenmeter von Samuel Honrubia (58.) parierte. Kapitn Oliver Roggisch mahnte dennoch: "Wir drfen jetzt nicht denken, dass wir die Besten sind. Das Turnier geht jetzt erst los."
Im Nachmittagsspiel der Gruppe A bezwang Tunesien Argentinien 22:18 (7:6) und feierte seinen dritten Sieg im fnften Spiel. In der Gruppe B setzte sich Russland in Sevilla 36:24 (18:13) gegen Chile durch. Wie die Russen qualifizierte sich auch Island fr das Achtelfinale dank eines 39:29 (19:14)-Erfolgs ber Katar. Deutschlands nchster Gegner Mazedonien unterlag am Abend Vize-Europameister Dnemark 30:33 (14:13).
Frankreich - Deutschland 30:32 (16:16)
Frankreich: Omeyer, Karabou - Karabatic (8), Abalo (6/3), Guigou (4/3), Honrubia (3/1), Narcisse (2), Accambray (2), Barachet (2), Bosquet (2), Sorhaindo (1)
Deutschland: Heinevetter, Lichtlein - Groetzki (6), Weinhold (4), Schmidt (4/2), Christophersen (3), Haa (3), Klein (3), Fth (3), Wiencek (2), Strobel (2), Theuerkauf (1), Kneer (1), Pfahl, Reichmann, Roggisch
Schiedsrichter: Garca/Marn (Spanien)
Zeitstrafen: 4:7
Siebenmeter: 7/10 - 2/2
Zuschauer in Barcelona: 11.500
No hay comentarios:
Publicar un comentario