Die EU-Wettbewerbshüter fordern von Google Änderungen in der Anzeige eigener Dienste des Internet-Riesen in den Suchergebnissen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia will härter als seine amerikanischen Kollegen durchgreifen. Google-Rivalen fühlen sich benachteiligt, weil in den Suchergebnissen eigene Dienste des Konzerns oft im Vordergrund stehen. Die US-Kartellwächter sahen darin keinen unfairen Wettbewerb.
Almunia ist da anderer Meinung. Er sei der Ansicht, dass der Internet-Konzern eine marktbeherrschende Position missbrauche, wenn eigene Dienste vor Angeboten von Wettbewerbern einreihe, sagte Almunia der "Financial Times". Das Problem liege darin, wie die Ergebnisse präsentiert würden, sagte er und deutete damit auch einen Weg für Google an, die Einwände der Kommission auszuräumen.
Google betont stets, die Verbraucher profitierten davon, wenn der Internet-Konzern seine eigenen Dienste vorrangig präsentiere. Almunia hingegen befürchtet, dass die Aufmerksamkeit der Nutzer von den Diensten, die ihnen die besten Ergebnisse liefern, zu Google-Angeboten umgelenkt werden könnte. Auch formell sieht der EU-Kommissar den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Er sei überzeugt, dass Google mit der Platzierung der Links zu eigenen Angeboten den Internet-Verkehr umleite, betonte Almunia. "Sie machen Geld mit diesem Geschäft und der starken Position im Suchmaschinen-Markt. Und das ist nicht einfach nur eine dominierende Position, ich denke ich befürchte dass es einen Missbrauch dieser dominierenden Position gibt", sagte er.
Sollten die Google-Vorschläge die Besorgnis der EU-Kommission nicht zerstreuen können, sei er "verpflichtet", zu klagen, sagte Almunia. Zugleich schränkte er ein, dass die Untersuchungen noch liefen. Die Differenzen zwischen der Haltung der US-Handelsbehörde FTC und der EU-Wettbewerbshüter erklärte Almunia mit dem Unterschied zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen. In den USA sei das Potenzial für Klagen aus der Privatwirtschaft höher. Außerdem ist die Dominanz von Google bei der Internet-Suche in Europa noch deutlich größer als in den USA.
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