Trotz Bedenken der US-Regierung ist Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt zusammen mit dem früheren amerikanischen Gouverneur Bill Richardson ins kommunistische Nordkorea gereist. Die Delegation der Amerikaner sei in Pjöngjang eingetroffen, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien am Montag, ohne Einzelheiten zu nennen.
Richardson, der früher Gouverneur von New Mexico und US-Botschafter bei den Vereinten Nationen war, hatte vor seinem Abflug in Peking bekräftigt, er betrachte die Reise als "private humanitäre Aufgabe". Der Besuch habe nichts mit Washington zu tun. Das US-Außenministerium hatte die Reisepläne der beiden in der vergangenen Woche als "derzeit nicht besonders hilfreich" kritisiert.
Es wurde erwartet, dass sich Google-Mann Schmidt auch über Technologiethemen und Möglichkeiten des Internetzugangs in dem stark abgeschotteten Land informieren will. Vertreter des Regimes ausgenommen, dürfen Nordkoreaner in aller Regel nicht im weltweiten Netz surfen. Es gibt ein auf das Land beschränktes Intranet. Richardson, der Nordkorea schon mehrfach besucht hat, erwartet nach eigenen Angaben, dass er einige Regierungsvertreter, nicht aber den Machthaber Kim Jong Un treffen wird. Schwerpunkt der Reise sei die Einschätzung der humanitären Lage. US-Medienberichten zufolge wollen sich Richardson und Schmidt auch für die Freilassung eines inhaftierten US-Bürgers einsetzen.
In der Delegation befinden sich unter anderem ein Berater für Korea-Angelegenheiten, Tony Namkung, und der Leiter des Instituts Google Ideas, Jared Cohen. Schmidt stand rund zehn Jahre lang an der Google-Konzernspitze, bis im Frühjahr 2011 Mitgründer Larry Page den Chefposten übernahm. Als Vorsitzender des einflussreichen Verwaltungsrates tritt Schmidt international auch als eine Art "Außenminister" für Google auf.
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