Die Bundesregierung hat sich offen für Überlegungen zur Stationierung deutscher Flugabwehrraketen an der türkisch-syrischen Grenze gezeigt. Voraussetzung für die Prüfung eines solchen Einsatzes sei allerdings das Vorliegen entsprechender Anfragen bei der Nato, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Samstag in Berlin. Deutschland würde ein solches Ersuchen dann mit Blick auf die Bündnisverpflichtung" innerhalb der Nato prüfen.
Sollte die Türkei zum Schutz ihres Territoriums die Stationierung von Raketensystemen des Typs Patriot wünschen, müsse sie zunächst eine Anfrage an die Nato stellen, sagte der Sprecher. Diese Anfrage liege bislang nicht vor. Die NATO müsse ein solches Anliegen dann zunächst prüfen, ehe eine Anfrage an Deutschland gestellt werden könne. Innerhalb der Nato verfügen neben Deutschland noch die USA und die Niederlande über Patriot-Systeme.
Bevorstehender Nato-Einsatz?
Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor von einem bevorstehenden Nato-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze berichtet. Deutschland werde in Kürze Flugabwehrraketen mit Bedienungsmannschaft in die Türkei verlegen. Am kommenden Montag wolle die Türkei eine offizielle Bitte an die Nato richten, zum Schutz ihres Territoriums Raketensysteme des Typs Patriot zur Verfügung zu stellen. Der Nato-Oberkommandierende James Stavridis werde der Bitte umgehend entsprechen.
Bei den Kämpfen zwischen syrischer Armee und Aufständischen waren in den vergangenen Wochen mehrfach Grenzorte in der Türkei getroffen worden. Anfang Oktober waren beim Beschuss des türkischen Grenzdorfes Akcakale fünf Zivilisten getötet worden. Die Türkei verstärkte daraufhin ihre Militärpräsenz entlang der Grenze und reagiert seither systematisch auf Beschuss aus Syrien. (afp)
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