Polizei entdeckt 15-Jährige im Kofferraum eines verunglückten Autoknackers
Straßburg. Es war ein Drama wie aus einem skurrilen Drehbuch: Ein junges Mädchen wird in seinem südfranzösischen Heimatdorf entführt, bleibt eine Woche lang verschwunden, ohne dass der Kidnapper Forderungen stellt, und wird schließlich nach einem Unfall des Fluchtautos im südbadischen Grenzort Offenburg unverletzt im Kofferraum entdeckt.
Seit dem Wochenende ist die 15-jährige Chloé wieder daheim bei ihrer Familie. Sie habe während des Dramas einen kühlen Kopf bewahrt, sagte der Vater nach der gemeinsamen Rückkehr in den Ort Barjac vor Journalisten. Chloé habe sich geschickt mit ihrem Entführer unterhalten. "Sie hat uns gesagt, dass sie ihm nie widersprochen habe, um sich nicht zu gefährden", berichtete der Vater. Der 32-jährige Täter sitzt in Haft. Er soll mehrfach vorbestraft sein, unter anderem wegen sexueller Gewalt. Nach Einschätzung des Vaters war die Entführung nicht geplant, sondern eine "unsinnige Handlung".
Eher durch Zufall hatte die Polizei das Mädchen in Südbaden befreien können. Zwei Beamte verfolgten den Franzosen, nachdem dieser ein Auto aufgebrochen und einen Laptop entwendet hatte. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd baute der Entführer einen Unfall mit einem Schwerverletzten. Er flüchtete zu Fuß weiter, konnte aber mit der Hilfe von Passanten gefasst werden. Bei der Rückkehr zum Fluchtauto fanden die Polizisten im Kofferraum Chloé. Deutschen Ermittlern zufolge war das Mädchen am 9. November entführt worden. Chloé hatte nachmittags auf ihrem Motorroller das Haus einer Freundin in einem Nachbardorf verlassen, etwa zehn Kilometer von ihrem Wohnhaus entfernt. Am Abend wurde ihr Roller entdeckt.
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