Die notleidende japanische Elektronik-Branche hat das Vertrauen der Finanzmärkte verloren. Die Rating-Agentur Fitch stufte auch Anleihen der beiden Branchengrößen Sony und Panasonic auf "Ramsch"-Niveau herab. Anfang November war bereits das Rating von Sharp so tief gesunken. Mit den Abstufungen wird es für die Unternehmen nun schwerer, sich mit billigem Geld am Kapitalmarkt zu versorgen.
Fitch kappte Sonys Rating um drei Stufen auf "BB-" von "BBB-". Die Agentur rechne nur mit einer langsamen Erholung des Unternehmens, weil Sony die technologische Führerschaft an starke Rivalen verloren habe und die Märkte in entwickelten Ländern schwach seien.
Die Erträge aus dem Geschäft mit Filmen und Musik dürften von den Finanzlöchern in der Unterhaltungselektronik aufgezehrt werden, hieß es. Selbst eine deutliche Erholung zum März 2015 sieht Fitch als "Herausforderung".
Bei Panasonic gab es eine Abstufung um zwei Schritte von "BBB-" auf "BB". Die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns sei geschwächt und die Finanzlage werde sich auf mittlere Sicht nicht verbessern, hieß es. Immerhin sieht Fitch die laufende Sanierung von Panasonic als den richtigen Weg auch wenn Risiken bei der Umsetzung blieben. Die einst mächtige japanische Elektronik-Industrie kämpft mit hohen Verlusten und den Folgen der starken japanischen Währung. Dadurch werden Exporte ins Ausland schwieriger. Ein Ende der roten Zahlen ist vor allem bei Sharp und Panasonic nicht in Sicht, Sony will im Geschäftsjahr noch auf einen kleinen Gewinn kommen.
Den Unternehmen macht zum einen der starke Yen schwer zu schaffen. Zum anderen ist die weltweite Nachfrage nach Fernsehgeräten abgesackt und die Konzerne haben hohe laufende Kosten. Die Rivalen aus Südkorea wie Samsung und LG erwiesen sich in dieser Situation als wendiger und aggressiver.
Sharp ist am schwersten betroffen und rechnet mit dem zweiten riesigen Rekord-Jahresverlust in Folge. Der Flachbild-TV-Pionier musste zuletzt eingestehen, dass die desolate Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe.
Sharp erwartet für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr einen Verlust von insgesamt 387,6 Milliarden Yen (3,65 Milliarden Euro). Panasonic stellt sich auf rote Zahlen von 765 Milliarden Yen (7,2 Milliarden Euro) ein, fast genauso viel wie im Jahr davor.
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