Im Süden des Kontinents sieht es schlecht aus, klar ist bereits: Im Winter geht es weiter abwärts, auch in Deutschland. Hoffnung gibt es erst wieder für das kommende Jahr.
Die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone lag zwischen Juli und September um 0,1 Prozent niedriger als im Vorquartal, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits um 0,2 Prozent gesunken war, meldete am Donnerstag das Europäische Statistikamt. Hinter der Zahl verbergen sich jedoch große Unterschiede zwischen den 17 Euro-Mitgliedsstaaten. So wuchs die deutsche Wirtschaft laut Statistischem Bundesamt um 0,2 Prozent. Zu dem Plus beigetragen habe vor allem der Export, der von der weiter kräftigen Nachfrage aus Übersee profitierte. Eine Rezession in Deutschland ist nicht in Sicht", so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Konsum steigt
Stärker entwickelte sich auch der private Konsum, der von höheren Löhnen und der niedrigen Arbeitslosigkeit in Deutschland angetrieben wird. Im dritten Quartal hatten 41,7 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland, so viel wie noch nie nach der Wiedervereinigung. Das waren 360.000 Personen mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig ist das Wachstum des Konsums allerdings nicht außerordentlich stark. Angesichts der guten Rahmendaten hätte man durchaus mehr erwarten können", so Andreas Scheurle von der Deka-Bank.
Während Ökonomen mit dem Wachstum in Deutschland gerechnet hatten, war das Plus in Frankreich eine Überraschung. Stark zeigten sich hier ebenfalls der private Konsum und die Exporte. Das ist ein Beleg dafür, dass Frankreich keine vergleichbar gravierenden Probleme wie Italien oder Spanien hat", kommentierte Claudia Broyer vom Research der Allianz.
Weiter abwärts ging es hingegen in Italien allerdings in gebremstem Tempo. In den Vorquartalen hatte das italienische BIP noch um jeweils 0,7 Prozent nachgegeben. Wie in anderen südlichen Euro-Staaten drücken hier die harten Sparprogramme auf die Konjunktur.
Portugal stürzt erneut ab
Übel sieht es in den kleinen Peripheriestaaten aus. So erlebt Portugal sein zweites Rezessionsjahr. In Griechenland schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar das 17.?Quartal in Folge. Ende dieses Jahres wird das griechische BIP ein Fünftel geringer sein als vor vier Jahren.
Hauptproblem der Euro-Zone sind die Investitionen. Sie fallen in allen Ländern, auch in Deutschland. Unternehmen halten angesichts der schlechten Aussichten die Taschen zu, schieben Ausgaben auf. Das ist kein Wunder: Im vierten Quartal wird sich die Lage in der Euro-Zone weiter eintrüben. Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne machen die Haushalte ärmer. Die Staaten setzen ihre Sparprogramme fort. Folge: Der Ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima in Europa hat sich im vierten Quartal weiter eingetrübt.
Auch in Deutschland droht im Winter eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung. Denn aus dem In- und Ausland kommen immer weniger Bestellungen. Inzwischen haben sich die Auftragsbücher der Unternehmen merklich geleert", so Deka-Bank-Ökonom Scheurle. Im September sind die deutschen Exporte und die Industrieproduktion deutlich zurück gegangen.
Hoffnung für 2013
Hoffnung gibt es jedoch für das kommende Jahr. Dann müssen die Euro-Staaten nicht mehr ganz so hart sparen. Die Konjunktur in den USA und in China scheint sich zu kräftigen, wovon insbesondere die deutschen Exporteure profitieren dürften. Und die Unsicherheit über die Zukunft des Euro ebbt ab, da die Europäische Zentralbank mit dem Versprechen von Anleihekäufen den Bestand der Währungsunion garantiert.
Im Süden Europas jedoch wird die Anpassungsrezession auch 2013 andauern", prognostiziert die Commerzbank. Für die Bevölkerungen sind die harten Zeiten nicht vorbei. Die weiter steigende Arbeitslosigkeit dürfte den politischen Widerstand gegen den Konsolidierungskurs dort noch verstärken." Kommentar (rtr/dpa/jam)
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