Wie der Guardian" schreibt, ist die Software zum einen in der Lage, die Bewegungen unter anderem von Facebook-Nutzern aufzuzeichnen. Über die Data-Mining-Technologie sei es Raytheon zudem möglich, das Verhalten dieses Nutzers vorherzusagen. Raytheon zufolge handelt es sich bei der Software mit dem Akronym Riot (Rapid Information Overlay Technology) um eine Konzeptstudie. Bislang sei das Programm nicht verkauft worden. Allerdings sei das Programm im Rahmen eines gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Jahr 2010 mit den US-Behörden und der Industrie geteilt worden. Ziel der gemeinsamen Anstrengung war demnach der Aufbau eines nationalen Sicherheitssystems, mit dem Milliarden von Entitäten" analysiert werden können. Die Technologie demonstriert, wie dasselbe soziale Netzwerk, das bei der Arabellion geholfen hat, zu einem Google für Spione" werden kann, schreibt der Guardian". An die Daten heranzukommen, ist demnach nicht sonderlich schwierig: Viele Fotos, die von Nutzern hochgeladen werden, wurden mit Smartphones aufgenommen. Dabei werden nicht nur Datum und Uhrzeit festgehalten, sondern genauso GPS-Daten. Im Video ist zu sehen, wie ein Raytheon-Angestellter ausgespäht wird. Wir wissen, wohin Nick geht und wie er aussieht. Mit Riot wollen wir vorhersagen, wo er sich in Zukunft aufhalten wird", heißt es im Film.
Künftig könnte es für professionelle Informationsbeschaffer und Hobby-Stalker noch einfacher werden, an diese Daten heranzukommen, und das sogar ohne eine Software wie Riot. Facebook ist gerade dabei, die lange angekündigte eigene Suchmaschine Graph Search" zu starten. Datenbasis dafür sind die Daten, die die Facebook-Mitglieder für andere freigegeben haben. Damit sollen die Nutzer erfahren können, wer sich zum Beispiel für eine bestimmte Musikrichtung interessiert oder was von einem Restaurant in einer bestimmten Stadt zu halten ist. Allerdings sind noch ganz andere Fragestellungen denkbar und solange die Nutzer ihre Privatsphäreeinstellungen nicht angepasst haben, wird es auch genügend Antworten geben. Kurt Sagatz
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