sábado, 16 de febrero de 2013

Deutschland geht beim Song Contest mit Cascada ins Rennen - DIE WELT

Hannover (dapd-nrd). Cascada fahren zum Eurovision Song Contest (ESC) in Schweden: Die Dance-Pop-Gruppe um Sängerin Natalie Horler tritt für Deutschland in Malmö an. Sie gewann am Donnerstagabend mit dem Song "Glorious" den deutschen ESC-Vorentscheid in Hannover. Die Abstimmung war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der bayerischen Bläsercombo LaBrassBanda: Deren Mitglieder standen mit dem Mundart-Lied "Nackert" sowie in Lederhosen und barfuß auf der Bühne.

"Ich bin unheimlich glücklich, ich komme aus dem Strahlen nicht mehr raus", sagte Cascada-Frontfrau Horler nach der Entscheidung. "Ich bin immer noch sehr geschockt." Die 31-Jährige sicherte sich das Ticket für das ESC-Finale am 18. Mai, um das insgesamt zwölf Kandidaten konkurriert hatten. Sie traten in der ARD-Live-Show "Eurovision Song Contest 2013 - Unser Song für Malmö" auf.

Mit "Glorious" geht nun ein konventioneller Dance-Song für Deutschland ins Rennen, der zudem an den Siegertitel der schwedischen Vorjahressiegerin Loreen, "Euphoria", erinnert. Cascada ("Everytime we touch", "Evacuate the Dancefloor") verkauften in den vergangenen zehn Jahren Millionen Tonträger. Zu der Dance-Formation gehören auch die Produzenten Yanou und DJ Manian. Frontfrau Horler, eine gebürtige Bonnerin, war 2012 Jury-Mitglied bei der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". "Ich liebe ja Frikadellen", berichtete die Sängerin in einem Einspielfilmchen, und die gebe es ja in Schweden auch.

Über den Gewinner entschieden je zu einem Drittel die Hörer von neun Radiosendern der ARD, das Fernsehpublikum sowie eine fünfköpfige Jury aus Musikexperten. "Wie in einem guten Schwedenkrimi entscheidet sich alles im dritten Teil", hatte Moderatorin Anke Engelke gesagt, nachdem LaBrassBanda bei den Radiohörern ganz vorne lag, von der Jury aber nur einen Punkt bekommen hatten. "Ich möchte diese Halle verlassen, sofort, bei uns ist alles ganz anders", sagte Jury-Mitglied Mary Roos, bevor sie die Ergebnisse vortrug.

Juroren waren neben der Schlagersängerin und Grand-Prix-Teilnehmerin Sänger Tim Bendzko und ESC-Vorjahresteilnehmer Roman Lob, die Silly-Sängerin Anna Loos sowie Moderator und ESC-Experte Peter Urban. Die Entscheidung für Cascada fiel dann mit dem Votum der TV-Zuschauer. Der ARD-Koordinator Unterhaltung, Thomas Schreiber, betonte am Freitag: "Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, bevor sie die Radioergebnisse kannte. Das Ergebnis war also keine Reaktion auf das Radiovoting."

Von Dance und Electro über Pop und Soul bis hin zu geistlicher Musik reichte das musikalische Spektrum beim Vorentscheid. Neben Cascada und den Söhnen Mannheims, die derzeit ohne Mitbegründer Xavier Naidoo unterwegs sind, trat das Duo Nica & Joe an, das bereits im Finale der Vox-Castingshow "X Factor" war. Auf der Bühne standen zudem die Elektro-Pop-Band Blitzkids mvt. und die Band Mobilée. Weitere Kandidaten waren Die Priester feat. Mojca Erdmann, die Schwedin Betty Dittrich sowie die Sänger Ben Ivory, Finn Martin und Saint Lu.

Bei den Fernsehzuschauern stieß der Vorentscheid nur auf mäßiges Interesse. Durchschnittlich 3,24 Millionen Zuschauer schalteten die Show ein. Das entsprach einem Marktanteil von 10,4 Prozent. Die ZDF-Quizshow "Rette die Million! - Das Promi-Special" mit Jörg Pilawa wollten 4,8 Millionen Menschen sehen (Marktanteil 14,9 Prozent).

In den Vorjahren hatte die ARD noch auf eine Kooperation mit ProSieben und Moderator Stefan Raab gesetzt. Bei Castingshows wurden Lena Meyer-Landrut und 2012 Roman Lob gesucht und gefunden: Lena gewann 2010 den ESC und wurde im Jahr darauf in Düsseldorf Zehnte, Lob kam im vergangenen Jahr in Baku auf den achten Platz. Allein die TV-Zuschauer hatten den deutschen ESC-Kandidaten gewählt. In diesem Jahr machte sich die ARD wieder alleine auf die Suche und verabschiedete sich auch vom Konzept der Castingshow. Die Kandidaten für den Vorentscheid 2013 wurden von einem Gremium ausgesucht, in dem Plattenlabels, der NDR und die Produktionsfirma Brainpool vertreten waren.

In diesem Jahr gehen beim ESC Kandidaten aus 39 Ländern an den Start. Deutschland ist als einer der großen Geldgeber für die Endrunde gesetzt. Ebenfalls automatisch im Finale sind Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, die auch zu den "Big Five" gehören, sowie das Gastgeberland. Alle anderen Teilnehmerländer müssen zuerst im Halbfinale antreten.

Auch "Mr. Grand Prix", Komponist Ralph Siegel, ist wieder dabei: Er hat - wie im vergangenen Jahr - einen Song für Sängerin Valentina Monetta geschrieben, die ESC-Hoffnung von San Marino.

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