domingo, 17 de febrero de 2013

Deutschland sucht seinen besten Biersommelier - DIE WELT

Hallerndorf (dapd-bay). Einen amtierenden Weltmeister der Biersommeliers aus Deutschland gibt es schon - an diesem Samstag soll erstmals auch ein Deutscher Meister dazu kommen. Mit rund 50 Bewerbern hätten sich in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Kandidaten für die dritte WM am 15. September in München angemeldet als teilnehmen dürften, so dass eine Vorauswahl dringend nötig geworden sei, erklärt Markus Raupach, Leiter der Bierakademie in Bamberg, die die Veranstaltun organisiert, im dapd-Gespräch. "Und da dachten wir uns, wir könnten die Auswahl gleich mit einer Deutschen Meisterschaft verbinden", sagt er.

Bei dem Wettbewerb in einem Brauhaus im oberfränkischen Hallerndorf bei Forchheim müssen die Teilnehmer bei Blindverkostungen zunächst anhand eines Multiple-Choice-Fragebogens zehn verschiedene Biersorten identifizieren, die aus aller Welt stammen können. Nach einer einstündigen Pause, in der Wasser und Brot gereicht werden, um die Geschmacksnerven zu beruhigen, sollen die Kandidaten dann in erneut zehn Biersorten jeweils 33 verschiedene Aromen erkennen. Der Sieger soll gegen 19.30 Uhr bekannt gegeben werden.

Rund 140 unterschiedliche Aromen

"Ein guter Sommelier kann bei einem Bier den Alkoholgehalt beziffern und herausschmecken, welche Hopfen-, Hefe- und Malzsorten der Brauer verwendet hat", beschreibt Raupach. "Er kann auch blind erkennen, ob es sich um dunkles oder helles Bier handelt und in manchen Fällen sogar das Alter des Getränks feststellen."

Dabei stehe der Bier-Tester vor der Herausforderung, allein aus rund 140 sogenannten erwünschten Aromen auswählen zu können und ihre Kombination den unzähligen Biersorten weltweit zuzuordnen. Zum Vergleich: Wein kommt nur auf maximal 70 Geschmacksrichtungen.

Hinzu kommen laut Raupach noch sogenannte unerwünschte Aromen - wenn das Bier beispielsweise metallisch schmeckt. Auch das muss ein guter Sommelier erkennen und den Braumeister in Kenntnis davon setzen.

Denn hier liegt eines der Haupteinsatzgebiete von Biersommeliers: Sie sind die Verbindung zwischen der reinen Brautechnik und der Gastronomie. So wisse ein Braumeister zwar, wie er den Hopfentrunk handwerklich herstelle, die verschiedenen Geschmacksnuancen könne er aber nicht benennen, erklärt Raupach. "Ein Biersommelier kann deshalb auch Speisekarten zusammenstellen, weil er zum jeweiligen Essen das passende Bier empfehlen kann."

Deutschland hat bei der Ausbildung der Biersommeliers eine Vorreiterrolle eingenommen: Seit mehr als zehn Jahren werden an der Doemens Brauerakademie in Gräfelfing bei München, die auch die Jury für die Meisterschaft in Hallerndorf stellt, entsprechende Kurse angeboten. Sie dauern zwei Wochen und kosten etwa 6.000 Euro, wie Raupach erzählt.

Rund 800 Biersommeliers haben die Ausbildung bisher in Deutschland absolviert. Viele von ihnen hatten zuvor das Brauhandwerk gelernt oder arbeiteten in der Gastronomie. Inzwischen werde die Zusatzqualifikation weltweit angeboten - wobei die deutschsprachigen Länder noch immer dominierten, erklärt Raupach. Kein Wunder also, dass der erste Biersommelier-Weltmeister 2011 mit Karl Schiffner aus Österreich kam und der amtierende Weltmeister, Sebastian Priller, aus Augsburg.

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