viernes, 8 de febrero de 2013

Software Microsoft plant angeblich ein Office für Linux - ZEIT ONLINE

Microsoft hat Linux bislang weitgehend ignoriert. Nun arbeitet der Konzern angeblich an einem Office-Paket für Linux-Desktops. Was hätten die Nutzer davon?

Microsoft und die Linux-Gemeinde trennt traditionell ein breiter Graben. Der Konzern aus Redmond steht für proprietäre Software, Patente, ein Quasi-Monopol mit seinem Betriebssystem Windows und Milliardengewinne; die Linux-Gemeinde schwört auf Open Source, also offene Software, und freie Lizenzen. Wie der Technik-Blog ExtremeTech berichtet, baut Microsoft aber offenbar an einer Brücke über den Graben.

Das Gerücht wurde auf der FOSDEM laut, einer Konferenz für Open Source in Brüssel. Der Blogger Phoronix alias Michael Larabel will in einem Gespräch mit Open-Source-Entwicklern von Microsoft von den Plänen erfahren haben. Demnach denke der Konzern ernsthaft darüber nach, eine Linux-Version von Microsoft Office zu veröffentlichen. Sie könnte 2014 fertig werden.

Es wäre erst das zweite Mal, dass Microsoft überhaupt Software für das Betriebssystem Linux programmiert. Das erste Mal war vor einem halben Jahr, als Microsoft die Voice-over-IP-Anwendung Skype auch für Linux-Computer anbot. Während Skype kostenlos nutzbar ist, würde Microsoft für Office sicherlich Geld verlangen, es ist schließlich einer der wichtigsten Geschäftsbereiche des Unternehmens. In der Gesamtbilanz von Microsoft steuern die Office-Lösungen den größten Teil zum Umsatz bei. Microsoft Business, zu dem die Office-Sparte gehört, lag auch 2012 unter den Konzern-Bereichen an der Spitze und erzielte einen Umsatz von etwa 17,7 Milliarden Euro.

Ob ein kostenpflichtiges Office-Paket bei Linux-Nutzern Anklang finden würde, ist aber äußerst ungewiss. Unter Linux sind meist offene und kostenlose Office-Pakete wie LibreOffice vorinstalliert. Außerdem ist der Markt klein: Windows ist auf etwa 90 Prozent aller Desktop-Computer installiert, Linux nur auf einem Prozent. Nach Angaben von Larabel glaube Microsoft trotzdem daran, dass auch mit Linux-Nutzern gute Geschäfte möglich seien. Mögliche Gründe seien die wachsenden Marktanteile von Linux, nicht zuletzt, weil auch die Spieleentwickler langsam die Plattform entdecken und mit entsprechenden Games attraktiver machen. Auch Universitäten und Behörden nutzen mittlerweile Linux und könnten ein Office-Paket möglicherweise gut gebrauchen.

Android als möglicher Einstieg in Linux

Es könnte aber noch einen weiteren Grund für den Bruch mit der bisherigen Strategie geben: Microsoft arbeitet angeblich auch an einer Office-Variante für Android-Geräte. Diese Gerüchte gibt es schon länger, bei der offiziellen Vorstellung seiner Office-Suite hatte Microsoft diese jedoch verneint. Stattdessen setze Microsoft auf sogenannte Office Web Apps, die man, ähnlich wie bei GoogleDocs, über den Browser ansteuert.

Es ist aber nicht gesagt, dass es so bleibt. Die Gerüchte um eine Android-Version jedenfalls gibt es weiterhin und sind nicht ganz abwegig: Android basiert auf Linux und läuft mittlerweile auf jedem zweiten Smartphone. Microsofts mobiles Betriebssystem liegt mit 5,8 Prozent noch hinter iOS und Symbian. Bislang läuft das neue Office365 nur auf dem Betriebssystem Windows Phone. Gleichzeitig legt Microsoft aber großen Wert auf den mobilen Markt. Das hat der Konzern auch bei der Vorstellung von Office365 gezeigt. Sämtliche Funktionen des neuen Software-Pakets lassen sich mit Wischgesten und Fingertippen bedienen. Ein eigenes Android-Office wäre mittelfristig also durchaus sinnvoll.

Und wenn die Version für Android erst einmal stehe, sei damit auch schon ein großer Schritt in Richtung Desktop-Linux gemacht, spekuliert Sebastian Anthony von ExtremeTech.

Linux-Nutzer können Microsofts Bauarbeiten an einer Brücke aber eh gelassen begegnen. Denn Linux bietet eine eigene Schnittstelle für Microsoft-Programme namens Wine an. Damit wird einfach eine Windows-Umgebung simuliert. Wer Microsoft Office unter Linux also nutzen möchte, könnte dies schon heute tun.

  1. Nach nicht einmal zwanzig Jahren hat Microsoft Linux wahrgenommen und bringt die "bleeding edge technology" Office für Linux heraus. Darauf haben Millionen "Open Office" User gewarten. Welch innovativer Geniestreich!!!

  2. Bei den Betriebssystemen liegen sie gerne mal daneben (Vista), das Web haben sie verpennt, den mobilen Hype auch, na bleibt man doch lieber bei dem was man kann:
    Office, eben.

    Das und was Linux User bereit sind für MS Office auf Linux zu zahlen,ist der spannende Teil.

  3. Nichts!
    .
    Es sei denn, MS$ bringt das Paket im Quellcode auf den Markt!
    .
    Als Binärdatei ist das genau so überflüssig, weil fehlerhaft, störanfällig, unsicher wie der Rest, den die Firma unter dem Titel "Betriebsystem" vertreibt:)
    .
    Meint
    Sikasuu
    .
    Ps. Klar definiert, eingehaltenen, kommunizierte und benutzbare Schnittstellen, Dateiformate usw. das hätte was. Ein für Linux von MS$ compiliertes Binärpaket ist augewischerei.

    noch frei wie in Freiheit sein, so es denn überhaupt jemals kommt.

    Aber: Viele Menschen werden von einem Umstieg auf Gnu/Linux abgehalten, weil sie auf das M$ Office-Paket mit seiner noch immer monopolartigen Verbreitung nicht verzichten können. Oder weil sie auf gewisse Computer-Spiele (z.B. von Steam) nicht verzichten wollen. Man sollte, finde ich, den Ehrgeiz haben auch die Nutzer mitzunehmen, die das mit dem FOSS etwas pragmatischer sehen. Denn, Hand aufs Herz - wer benutzt keinen Nvidia-Grafiktreiber, keine Multimedia-Codecs oder hat noch nie Chrome eingesetzt, um ein Flash-Video zu schauen? Wohl auch unter den derzeitigen Linux-Usern dürften das die wenigsten sein (außer sie administrieren ausschließlich Server).

    noch frei wie in Freiheit sein, so es denn überhaupt jemals kommt.

    Aber: Viele Menschen werden von einem Umstieg auf Gnu/Linux abgehalten, weil sie auf das M$ Office-Paket mit seiner noch immer monopolartigen Verbreitung nicht verzichten können. Oder weil sie auf gewisse Computer-Spiele (z.B. von Steam) nicht verzichten wollen. Man sollte, finde ich, den Ehrgeiz haben auch die Nutzer mitzunehmen, die das mit dem FOSS etwas pragmatischer sehen. Denn, Hand aufs Herz - wer benutzt keinen Nvidia-Grafiktreiber, keine Multimedia-Codecs oder hat noch nie Chrome eingesetzt, um ein Flash-Video zu schauen? Wohl auch unter den derzeitigen Linux-Usern dürften das die wenigsten sein (außer sie administrieren ausschließlich Server).

    • hh59
    • 07.02.2013 um 19:20 Uhr

    Skype gibt es schon seit (fast?) immer fuer Linux, nur gehoerte es da noch nicht Microsoft. Also ist es nicht ganz richtig zu sagen, dass es "von Microsoft fuer Linux programmiert wurde".

  4. gibt es fast keinen Grund für Windows mehr. Dann fehlt eigentlich nur noch die andere große Suite, die, die von Adobe kommt.

    Klar, unter Wine konnte Office (oder auch Photoshop) schon immer laufen, und mit Windows in der Virtual Box auch, aber das war immer irgendwie workaround, nie eine richtige Lösung.

    Gewissermaßen hat Microsoft mit der vollständigen Unterstützung von odf in Office 2013 den Weg für die Linuxunterstützung bereits geebnet... man stellt sich schon jetzt in Redmond dem Wettbewerb etwas offener, als das bislang der Fall war.

    • sioux
    • 07.02.2013 um 20:35 Uhr

    "gibt es fast keinen Grund für Windows mehr. Dann fehlt eigentlich nur noch die andere große Suite, die, die von Adobe kommt."
    Windows war gegenüber Unix-basierten Betriebssystemen wie Linux aus funktionaler Sicht noch zu keiner Zeit wirklich eine Konkurrenz. Einzig durch die Office-Beigabe, die nur unter Windows geht und die jeder kennt und dessen Formate überall präsent sind, ist Windows auf dem Desktop so verbreitet. Man scheint in Redmond zu begreifen, dass Unix, Linux, Android, etc. die Zukunft ist und nicht Windows. Die Idee, sich das Internet anzueignen, indem man den Internet-Explorer in sämtliche Desktops verdrahtet und damit auf MSN einlädt, ist ja auch gescheitert. Was haben wir gemeckert!

    • sioux
    • 07.02.2013 um 20:35 Uhr

    "gibt es fast keinen Grund für Windows mehr. Dann fehlt eigentlich nur noch die andere große Suite, die, die von Adobe kommt."
    Windows war gegenüber Unix-basierten Betriebssystemen wie Linux aus funktionaler Sicht noch zu keiner Zeit wirklich eine Konkurrenz. Einzig durch die Office-Beigabe, die nur unter Windows geht und die jeder kennt und dessen Formate überall präsent sind, ist Windows auf dem Desktop so verbreitet. Man scheint in Redmond zu begreifen, dass Unix, Linux, Android, etc. die Zukunft ist und nicht Windows. Die Idee, sich das Internet anzueignen, indem man den Internet-Explorer in sämtliche Desktops verdrahtet und damit auf MSN einlädt, ist ja auch gescheitert. Was haben wir gemeckert!

  5. Hätte ich vorher gewusst, dass Microsoft seine Finger im Spiel hatte bei Skype, dann hätte ich es wohl nicht unter Linux installiert. Verdammt, da war ich wohl zu spät/schlecht informiert. Zum Glück gibt es AppArmor um bestimmte Programme den Zugriff innerhalb meines Linux-Computers restriktiv einzustellen.

    • DDW
    • 07.02.2013 um 19:42 Uhr

    Fakten:

    Skype gibt es schon lange.
    Skype gibt es schon lange für Linux.
    Skype ist auf allen Plattformen kostenfrei.
    Die Kostenfreiheit von Skype beschränkt sich auf eine Basisfunktionalität.
    Skype hat ein anderes Geschäftsmodell, bei dem Telefonate ins Fest oder Mobilfunknetz Geld einbringen.
    Skype gehört erst seit kurzem zu Microsoft.
    Würde Microsoft die Linuxversion einstellen, so würden auch Microsoftnutzern potentielle Gesprächspartner verloren gehen und die Plattform uninteressanter machen.

    Ein MS Office für Linux macht in sofern Sinn, dass Serveranwendungen die unter Linux laufen mit MS Office einfacher MS Office konforme Dokumente herstellen können.
    Speziell, wenn eine totale MS Office Interoperabilität gefordert ist, kann das Sinn machen.
    Also, wenn z.B. "WordArt" ein Muss ist.
    Eingefleischte Linuxer, werden Sie allerdings nicht konvertieren können.

    Die größte Konkurrenz für MS Office, sehe ich allerdings in Google, die ebenfalls Büroanwendungen mit JavaScript über das Netz, die Cloud verfügbar machen.
    Einen ähnlichen Versuch gibt es ja auch von Microsoft, mit MS Office 365, bzw. den Office Web Apps.

    LO will von Java weg und stärker auf C++.

    Java wird auch nicht der Dauerbrenner sein, da werden auch schon wieder Alternativen erforscht.

    http://de.wikipedia.org/w...

    LO will von Java weg und stärker auf C++.

    Java wird auch nicht der Dauerbrenner sein, da werden auch schon wieder Alternativen erforscht.

    http://de.wikipedia.org/w...

  6. noch frei wie in Freiheit sein, so es denn überhaupt jemals kommt.

    Aber: Viele Menschen werden von einem Umstieg auf Gnu/Linux abgehalten, weil sie auf das M$ Office-Paket mit seiner noch immer monopolartigen Verbreitung nicht verzichten können. Oder weil sie auf gewisse Computer-Spiele (z.B. von Steam) nicht verzichten wollen. Man sollte, finde ich, den Ehrgeiz haben auch die Nutzer mitzunehmen, die das mit dem FOSS etwas pragmatischer sehen. Denn, Hand aufs Herz - wer benutzt keinen Nvidia-Grafiktreiber, keine Multimedia-Codecs oder hat noch nie Chrome eingesetzt, um ein Flash-Video zu schauen? Wohl auch unter den derzeitigen Linux-Usern dürften das die wenigsten sein (außer sie administrieren ausschließlich Server).

    "Denn, Hand aufs Herz - wer benutzt keinen Nvidia-Grafiktreiber, keine Multimedia-Codecs oder hat noch nie Chrome eingesetzt, um ein Flash-Video zu schauen?"

    Das tue ich vielleicht notgedrungen, weil mir die Alternativen (Grafikkarte ersetzen, Video nicht sehen) zu extrem sind - aber sicherlich nicht gerne...

    Manche Multimedia-Codecs sind übrigens nur aus Patentsicht ein Problem, freie Software gibt's dafür genügend.

    "Denn, Hand aufs Herz - wer benutzt keinen Nvidia-Grafiktreiber, keine Multimedia-Codecs oder hat noch nie Chrome eingesetzt, um ein Flash-Video zu schauen?"

    Das tue ich vielleicht notgedrungen, weil mir die Alternativen (Grafikkarte ersetzen, Video nicht sehen) zu extrem sind - aber sicherlich nicht gerne...

    Manche Multimedia-Codecs sind übrigens nur aus Patentsicht ein Problem, freie Software gibt's dafür genügend.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

No hay comentarios:

Publicar un comentario