Apple im ARD-Markencheck
06.02.2013, 07:07 Uhr | mu, css
Der Markencheck nimmt Apple unter die Lupe. (Quelle: WDR/Klaus Görgen)
Schickes Design, einfach zu bedienen und sicher dieser Ruf eilt Apple-Produkten voraus. Apple hat keine Fans, Apple hat "Jünger". Sie campen vor Geschäften, um ein neues Smartphone zu ergattern. Wie ist dieser Hype zu erklären? Sind die viel gepriesenen Geräte tatsächlich der Konkurrenz voraus? Sind sie ihr Geld wert? Und wie schaut es eigentlich dort aus, wo Apple produzieren lässt? ARD-Markencheck nahm am Montag die laut Experten wertvollste Marke der Welt vor. Dabei fiel jedoch die eine oder andere Information unter den Tisch.
Wie sehr infiziert Apple?
Gleich zu Beginn steckte Markencheck die Lager klar ab: Design-Studentin Simone berichtet von "Glücksgefühlen" bei der Verwendung von Apple-Produkten, während Mediengestalter Tim als Apple-Hasser von "Diktatur" und "Gleichschaltung" spricht: "Ich muss mich nicht einreihen in die große Schlange der iPhone-Zombies."
Dem Geheimnis von Apple sollten die Berliner Neurowissenschaftler Prof. Jürgen Gallinat und Dr. Simone Kühn für Markencheck auf die Spur kommen. Mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen (MRT) werteten sie die Gehirnaktivitäten von 25 Testpersonen aus, die eine Stunde lang Bilder von Smartphones oder Tablets betrachten mussten. Die Teilnehmer waren zum Teil Fans von Samsung, zum Teil von Apple die Reaktionen im Gehirn waren bei beiden Marken jedoch völlig unterschiedlich.
Apple-Produkte wecken Emotionen
Die Bilder von Samsung-Produkten sprachen "ein Hirnareal an, das mit Entscheidungsfindung, Abwägung, planerischem Handeln, Nachdenken verknüpft ist", so Forscher Gallinat. Die Apple-Bilder aktivierten hingegen gleich mehrere Hirnregionen, die normalerweise auf den Anblick von Gesichtern ansprechen. "Das ist außergewöhnlich, denn Apple hat kein Gesicht, Apple ist ein technisches Produkt", zeigte sich der Forscher überrascht.
"Eine Interpretation könnte sein, dass Samsung eher ein Produkt ist, das mit dem Kopf zu tun hat, während Apple eher ein Produkt ist, das mit dem Bauchgefühl zu tun hat." Das Urteil von Markencheck: Volle Punktzahl für Apple, denn das Unternehmen hat es geschafft, ein Gerät zu vermenschlichen und seine Nutzer stark zu infizieren. Wirklich erklären konnte der Wissenschaftler diese Wirkung jedoch nicht.
Wie einfach ist Apple?
Im zweiten Check ging es um die Frage, ob ein Apple-Produkt wirklich einfacher zu benutzen ist als eines von der Konkurrenz. Dazu nahm sich Professor Jan Borchers von der RWTH Aachen je ein Tablet von Samsung, Microsoft und Apple vor, um zu beurteilen, welches der Geräte am besten geeignet ist für jemanden, der sich kaum mit Technik auskennt.
Der Forscher lobte, dass Apples Geräte wie aus einem Guss wirken, vom Äußeren bis zur Bedienung sei alles sehr durchdacht. Beim Galaxy Tab beklagte er die verwirrende Anzahl an Symbolen mit zum Teil gleicher Funktion. Das Surface von Microsoft bekam ein Lob für das "coole Design", doch auch hier bemängelte der Experte die schlechte Nutzerführung. Für das iPad von Apple fällte Borchers das klare Urteil, dass das System "einfacher als alles andere am Markt" sei, ganz unabhängig von der Altersgruppe. Das Urteil von Markencheck: Apple ist ziemlich einfach.
Ist Apple seinen Preis wert?
Apple-Produkte sind bekanntlich teuer, die Frage von Markencheck lautete deshalb: Sind Apple-Produkte ihren Preis wert? Dazu konfrontierten die ARD-Reporter Passanten auf der Straße mit Fragen zu Bauteilen des iPhone: Wie teuer denn Einzelteile wie zum Beispiel die Kamera seien, wollte die ARD wissen. Zwischen 60 und 85 Euro schätzten die Befragten, der tatsächliche Preis dürfte bei etwa 14 Euro liegen, vermuten die Technologie-Marktforscher von iSuppli. Insgesamt sollen sich die Materialkosten für ein iPhone auf 152 Euro belaufen, verkauft wird es zum Preis von 679 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Dass in den Verkaufspreis aber auch Kosten für Entwicklung, Vertrieb, Logistik und Marketing eingerechnet werden müssen, wurde von den ARD-Reportern nicht erwähnt. Auch der Wert des Betriebssystems, welches Apple seit Jahren immer weiter entwickelt und das einen hohen Anteil am Erfolg der Apple-Produkte hat, blieb unerwähnt.
Zum hohen Kaufpreis kommen auch höhere Reparaturkosten, falls das Smartphone kaputt geht. Da beispielsweise der Akku bei Apple fest verbaut ist, kann er nicht selbst ausgetauscht werden. Apple begründet die Bauweise mit dem Design, zudem wolle man verhindern, dass der Akku im Hausmüll lande. Nach Ansicht von Fachleuten könnte Apple das jedoch auch kundenfreundlicher lösen. Fazit des Markenchecks: Apple ist seinen Preis kaum wert. Nicht berücksichtigt wurde bei diesem Check der hohe Wiederverkaufswert von Apple-Produkten.
Ist Apple fair?
Im letzten Teil ging es darum, ob Apple ein faires Unternehmen ist. Die Herstellungsbedingungen von iPhone, iPad und Co. in China haben das Unternehmen immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. 2010 hatten sich innerhalb kurzer Zeit 14 Mitarbeiter von Foxconn, einem taiwanesichen Zulieferer von Apple, wegen Arbeitsüberlastung und schlechter Bezahlung das Leben genommen. Kurz danach setzte Foxconn auf Drängen von Apple die Wochenarbeitszeit auf 60 Stunden herab. Dafür erhalten die Beschäftigten monatlich 215 Euro Gehalt.
Bei anderen Zulieferfirmen wie Riteng oder QSMC sei es noch schlimmer. Dort arbeiteten die Mitarbeiter zum Teil für einen Stundenlohn von umgerechnet einem Euro, zwölf Stunden am Stück, zudem oft im Stehen. Die Beschäftigten leben meist in Wohnheimen, in denen sich 14 Menschen ein Zimmer teilen müssen. Zahlreiche Arbeiter berichteten über wöchentliche Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden. Damit verstößt Foxconn nach wie vor gegen die örtlichen Gesetze zum Arbeitsschutz.
Das Fazit des Markenchecks in Sachen Fairness: Apple ist nicht fair. Was der Bericht jedoch verschwieg: Neben Apple lassen bei Foxconn unter anderem auch die Unternehmen Samsung, Microsoft, Hewlett-Packard, Dell, Intel, Amazon, Motorola, Sony oder Nokia ihre Smartphones, Notebooks oder Spielekonsolen produzieren.
Quelle: mu, css
zur HomepageAber das ist auch eine Art Werbung die man betreiben kann. Siehe Patente, immer schön in den Medien bleiben.
Und noch was zu der 1tb Hdd im iMac, die kosten trägt Seagate, nicht Apple. Aber als Jünger kann man sich viel einreden. Aber Sie können ja auch mal nach Apple verbaut defekten Nvidia Cpu googeln.
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