miércoles, 6 de febrero de 2013

Apple-Markencheck: Fauler Apfel - STERN.DE

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Die Kultmarke Apple beherrschte am Montagabend die Primetime der ARD. Der Wissensgewinn des Markenchecks war aber berschaubar.©

Die ARD hat mit der Sendung "Markencheck" am Montagabend einen Skandalbeitrag zur Kultmarke Apple angekndigt, doch am Ende entpuppte sich die 45-mintige Dokumentation nur als heie Luft. Neben einigen belanglosen Tests und dem Aufwrmen altbekannter Fakten sorgten lediglich einige mit versteckter Kamera gefilmte Aufnahmen in chinesischen Fabriken fr einen Hauch von Skandal. Denn dass die Arbeitsbedingungen bei Foxconn und Co. schlimm sind, ist lngst bekannt.

Doch der "Markencheck" zeigte ein unvollstndiges Bild: Nicht nur Apple lsst in den Fabriken des weltweit zehntgrten Arbeitgebers bauen, sondern auch die Konkurrenten von Sony, Microsoft, Nokia oder Google lassen dort ihre Gerte zusammenschrauben. Auch eine aktuelle Meldung schienen die Redakteure fr ihren Beitrag nicht mehr verwenden zu knnen: Apple hat seinen wichtigsten Auftragsfertiger so unter Druck gesetzt, dass bei Foxconn nun ein Betriebsrat gegrndet werden soll.

Und: Einige Macs tragen seit Ende des vergangenen Jahres - erstmals seit zehn Jahren - wieder den Schriftzug "Made in USA". Apple-Chef Tim Cook versicherte mehrfach glaubhaft, die Arbeitsbedingungen der Zulieferbetriebe weiter verbessern zu wollen.

In deutschen Apple Stores brodelt es

Dabei htten die Filmmacher nicht einmal bis nach Asien reisen mssen, um die Arbeitsbedingungen beim wertvollsten Tech-Konzern anzuprangern. Denn auch hinter den Hochglanzfassaden deutscher Apple Stores am Mnchner Marienplatz, Hamburger Jungfernstieg oder in der Dresdner Altmarkt-Galerie brodelt es seit geraumer Zeit, glaubt man Medienberichten. Viele Mitarbeiter beklagen darin geringe Gehlter, stren sich an der Dauerberwachung des Konzerns und den Zwang zur guten Laune. Zwar sind die Zustnde nicht mit denen in China vergleichbar - Betriebsrte und faire Arbeitsbedingungen sucht man aber auch hierzulande oft vergebens.

Ein Blog namens "About Apple" behauptet, Einblicke in die Verkaufsmethoden des extrem profitablen Konzerns zu geben - oder in die "Zwangsspa - und Ausbeutungshlle", wie es der Blog ausdrckt. Zu den Lhnen schreibt der angebliche Insider: "Wenn Du einen Apple Store besuchst, dann kannst Du davon ausgehen, dass die meisten Apple-Mitarbeiter, die Dir begegnen werden, fr Lhne arbeiten, die deutlich unter dem liegen, was tarifvertraglich fr andere Einzelhndler ausgehandelt wurde." Er findet harte Worte: "Es ist moderne Sklaverei." Es gbe Bcher mit Vorschriften, was Apple-Mitarbeiter ffentlich sagen drfen - und was nicht.

Streit ums Gehalt

Die ungleichen Lhne seien ungerecht, schreibt der Blogger. Nicht nur innerhalb der Apple Stores wrden fr die gleiche Ttigkeit unterschiedliche Gehlter gezahlt, auch in den einzelnen Lden sei das Lohnniveau sehr unterschiedlich. Denn: Die deutschlandweit gezahlten Lhne wrden in Dresden festgelegt, schreibt der anonyme Autor. "Und was in Dresden ein gutes Einkommen sein mag, das ist es in Hamburg auf jeden Fall nicht." Erst nachdem Mitarbeiter des Mnchner Apple Stores einen Betriebsrat grndeten, erhhte sich das Lohnniveau fr die dort Beschftigten. Auch in anderen Filialen sollen nun Betriebsrte gegrndet werden.

Das Blog wirft dem Tech-Konzern zudem schwere Rechtsverste vor. So soll der Konzern Kameras in den Pausenrumen und vor den Toiletten installiert haben, um zu berprfen, wie oft Mitarbeiter auf Toilette gehen - und wie lange sie dort bleiben. Diese Art der Mitarbeiter-Kontrolle ist in Deutschland nicht erlaubt. Auch Tonaufnahmen sollen in einigen Lden zum Alltag gehren. Ausgewertet werden die Aufnahmen laut den Berichten in einer Sicherheitszentrale in England.

Auch das Nachrichtenmagazin "Spiegel" widmete sich im vergangenen November den Arbeitsbedingungen in deutschen Apple Stores - und kommt zu hnlichen Ergebnissen. In dem Beitrag wird ein Apple-Mitarbeiter namens Oliver zitiert, der fragt: "Was ist das fr eine Firma, in der ich betteln muss, etwas trinken zu drfen?" Apple will sich zu den Vorwrfen des Blogs nicht uern. Der Konzern kommentiere solche Sachen nicht in der ffentlichkeit, heit es auf Nachfrage von stern.de.

Laut "About Apple" sollen unbezahlte berstunden eher zur Regel als zur Ausnahme gehren. Schlimmer noch: Arbeiten die Mitarbeiter bis spt in die Nacht, wenn keine ffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren, htte einige Mitarbeiter bereits nach Hause laufen mssen. "Die Nutzung eines Taxis, im Notfall, wie es rechtlich vollkommen korrekt ist, war ihnen verboten worden, sie wrden das Geld nicht von Apple zurckbekommen", schreibt der Blogger.

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