viernes, 15 de febrero de 2013

Deutschland und Tschechien kämpfen gemeinsam gegen Modedroge Crystal - DIE WELT

Prag/Berlin (dapd). Deutschland und Tschechien wollen verstärkt gegen den grenzüberschreitenden Drogenhandel vorgehen. Das vereinbarte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Dienstag in Prag mit seinem tschechischen Amtskollegen Jan Kubice. Bei dem Treffen ging es insbesondere um den Kampf gegen den Handel mit der Modedroge Crystal, die auf Märkten im deutsch-tschechischen Grenzgebiet gehandelt wird.

Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören gemeinsame Streifen sowie eine enge Zusammenarbeit bei Ermittlungsverfahren. Der bestehende Polizeikooperationsvertrag soll neu ausgehandelt werden. Demnächst sollen die Behörden aus Polen, wo laut Friedrich die meisten Rohstoffe und Ausgangsmittel für Crystal herkommen, einbezogen werden. Begleitet wurde Friedrich von den Landesinnenministern aus Bayern und Sachsen, Joachim Herrmann (CSU) und Markus Ulbig (CDU).

Herrmann sagte, Tschechien sei derzeit in Europa die "Drogenküche Nummer eins für Crystal" und lobte das Land für das entschlossene Handeln. "Die verlässliche Erklärung der tschechischen Regierung, entschiedener gegen die Drogenkriminalität vorzugehen, ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Crystal", sagte er.

Lobenswert sei vor allem, dass die tschechische Polizei seit Februar den Fahndungsdruck nach Vorbild der bayerischen Schleierfahndung gezielt erhöht habe. Zusammen mit der Ankündigung, die tschechischen Drogengesetze zu verschärfen und gezielter gegen die Produzenten und Hintermänner vorzugehen, sei das der richtige Weg, betonte Herrmann. Den stark gestiegenen Crystal-Schmuggel nach Bayern bezeichnete er als "besorgniserregend". Nach vorläufigen Zahlen stieg 2012 allein die von der bayerischen Polizei sichergestellte Crystal-Menge um 17 Prozent auf rund 14 Kilogramm. Das entspricht etwa 140.000 Konsumeinheiten. 2011 betrug die Steigerung sogar 109 Prozent.

Sachsens Innenminister Ulbig kritisierte im Deutschlandradio Kultur, dass in Tschechien der Besitz einer gewissen Menge Crystal als Eigenbedarf nicht als Straftat gelte: "Diese Veränderung im Jahr 2010 hat nach unserer Wahrnehmung deutlich zu einem Anstieg geführt." Es gebe aber Anzeichen für eine Bereitschaft Tschechiens, die Eigenbedarfsgrenze wieder abzusenken: "Das ist aus unserer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung", schloss Ulbig.

Ein weiteres Thema der Gespräche in Prag war die Bekämpfung der Kfz-Kriminalität im Grenzraum zwischen Deutschland und Tschechien.

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