sábado, 23 de febrero de 2013

Riskanter Frontalangriff auf Apple - DIE WELT

Das neue Modell Chromebook Pixel von Google hat eine extrem hohe Auflösung – und einen ziemlich hohen Preis

Mit seinem schlichten Aluminium-Gehäuse nimmt es eindeutig die MacBooks von Konkurrent Apple ins Visier

Google riskiert einen ungewöhnlichen Vorstoß in die Laptop-Oberklasse mit einem teuren Touchscreen-Notebook, das nur mit einer Internet-Verbindung funktioniert. Das neue Chromebook Pixel kostet in den USA ab 1299 Dollar (985 Euro). Es spielt damit fast in der Preisklasse von Apples MacBook-Modellen mit ähnlich hoher Bildschirm-Auflösung. Allerdings ist das Google-Gerät anders als die meisten anderen Notebooks: Es funktioniert mit dem Betriebssystem Chrome, bei dem Programme und Dateien direkt aus dem Internet abgerufen werden. Das Gerät ist dann weitgehend nur noch das Portal zu Googles Servern.

Weil die Internet-Verbindung bei diesem Konzept eine Schlüsselrolle spielt, soll es im April auch eine Version mit eingebautem superschnellem LTE-Datenfunk geben – für 1499 Dollar. Bisherige Chromebook-Modelle waren mit etwa 250 Dollar deutlich günstiger. Allerdings bekommt man mit dem Kauf des Pixel auch einen Terabyte Netzwerk-Speicher bei Google für drei Jahre gratis. Es sei ein Gerät für Viel-Nutzer, die in der Cloud leben, sagte Chrome-Chef Sundar Pichai bei der Vorstellung in San Francisco. Zunächst kommt das Pixel nur in den USA und Großbritannien auf den Markt.

Das Chrome-Betriebssystem entstand aus dem gleichnamigen Internet-Browser. Als Vorteile nennt Google, dass die Computer sofort einsatzbereit sind. Sie sollen durch den hohen Schutz der Google-Server auch sicherer sein. Die radikale Idee des Cloud-Computers gewinnt aber nur langsam Anhänger, die Marktanteile sind bisher gering.

Nach Microsoft mit Windows 8 setzt damit auch Google auf einen berührungsempfindlichen Bildschirm im Notebook. Apple sträubt sich bei seinen Macs bisher dagegen und argumentiert, dass die Nutzungsszenarien bei Tablets wie dem iPad und Personal Computern dafür zu unterschiedlich seien. Auffallend am Pixel ist der verstärkte Fokus von Google auf Design, während die bisherigen Chromebooks eher funktional aussahen. Mit seinem minimalistischen Gehäuse aus Aluminium zielt das Chromebook Pixel ziemlich klar auf Apple-Notebooks als Rivalen. Zudem bewirbt Google das Gerät als Laptop mit der höchsten Bildpunkt-Dichte auf dem Display. Es hat eine Auflösung von 2560 mal 1700 Pixeln bei einer Diagonale von 12,85 Zoll (32,6 cm). Das ähnlich große MacBook Pro in der Ausführung mit dem besonders scharfen Retina-Display kommt auf 2560 mal 1600 Pixel.

Google wird mit dem neuen Modell noch mehr zum Geräteanbieter. Der Konzern ist neben den Chromebooks auch mit Smartphones und Tablets unter der Marke Nexus auf dem Markt und arbeitet an neuen Geräten des übernommenen Handy-Pioniers Motorola. Dabei erlebte der Internet-Konzern auch einige Rückschläge: So wird das im vergangenen Jahr vorgestellte Multimedia-Gerät Nexus Q nach Kritik immer noch überarbeitet.

Zu Google gehört auch das mobile Betriebssystem Android, das den Smartphone-Markt dominiert. Chrome und Android werden parallel weiterentwickelt, mit einem Touchscreen-Notebook rücken sie von den Funktionen aber näher zusammen als bisher.

Im dem seit zwei Jahren andauernden Wettbewerbsverfahrens gegen Google rechnet die EU-Kommission mit einem Abschluss kurz nach der Sommerpause. "Das können wir uns als möglichen Termin vorstellen", sagte Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Freitag. Für eine Einigung müssten Konkurrenten und Behörden jedoch mit den Anfang des Monats vorgelegten Zugeständnissen von Google einverstanden sein. Zu Details der Google-Zugeständnisse haben sich bislang weder der US-Internetkonzern noch die Kommission öffentlich geäußert. Die EU geht dem Vorwurf nach, dass Google seine dominante Marktmacht im Suchmaschinengeschäft missbraucht. Das Unternehmen verdiene Geld damit, indem es bei der Suchfunktion eigene Angebote bevorzuge.

Zu den mehr als ein Dutzend Firmen, die sich darüber beschwerten, gehört auch Software-Gigant Microsoft. Laut früheren Informationen von eingeweihten Personen will Google unter anderem seine eigenen Angebote künftig besser kennzeichnen. In den Vereinigten Staaten kam Google jüngst mit einem blauen Auge davon. Die dortigen Wettbewerbshüter konnten keine Verfehlung feststellen und stellten daraufhin ihre Untersuchungen ein.

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