jueves, 20 de diciembre de 2012

Warum Apple Google danken sollte - Spiegel Online

Angefangen hat der rger kurz vor Apples Entwicklerkonferenz WWDC im Juni. Bevor die erffnet wurde, sei in Apples Hauptquartier die Entscheidung gefallen, Google Maps aus dem iPhone-Betriebssystem iOS hinauszuwerfen, wurde damals berichtet. Fr Apple wre es wohl ein Leichtes gewesen, die Google-Karten zu behalten; die Lizenz zur Nutzung htte noch ein Jahr Restlaufzeit gehabt, berichtete The Verge.

Doch Apples Manager wollten lieber ihre eigenen Karten voranbringen. Und, schn anzusehen sind die ja auch tatschlich. Schnell werden die vektorbasierten Grafiken auf den Bildschirm gezeichnet, sie sind voller Zusatzinformationen. Aber leider auch voller Fehler.

Das htte nicht sein mssen.

Was folgte, bekam nicht ohne Grund den Beinamen Apple-Maps-Desaster. Statt sich ber schne neue Karten in Apples neuem i-Betriebssystem iOS zu freuen, machten sich Anwender in aller Welt ber deren Mngel lustig. Die Suche nach Fehlstellen wurde zum Volkssport, die Hme und der rger so intensiv, dass sich zuerst Apple-Chef Tim Cook ffentlich entschuldigte und dann den iOS-Manager Scott Forstall aus dem Unternehmen komplimentierte.

Und doch lie das Unternehmen nicht locker und entfernte auch noch die YouTube-App, seit 2007 fester Bestandteil jedes iPhones, aus iOS 6. Dafr zumindest hatte man eine Erklrung: Die Lizenz dafr, die YouTube-App ins iOS einzubinden, sei abgelaufen, erklrte Apple und verwies darauf, dass Google bereits an einer eigenen YouTube-App arbeite. Bis die fertig sei, knne man YouTube auf dem iPhone ja im Browser nutzen.

Zehn Millionen Apps in 48 Stunden

Das Resultat dieser beiden Entscheidungen ist eines, mit dem Apple offenbar nicht gerechnet hatte: Viele iPhone- und iPad-Besitzer schreckten davor zurck, ihr Gert auf iOS 6 zu aktualisieren. Damit lieen sie sich monatelang nicht nur etliche neue Funktionen entgehen, sondern verzichteten auch auf die zustzliche Sicherheit der neuen Version.

Welchen Einfluss Googles Apps tatschlich auf Apples Kunden haben, zeigt sich nun, nachdem Googles neue Maps-App endlich in Apples App Store angekommen ist. Innerhalb der ersten 48 Stunden sei sie zehn Millionen mal heruntergeladen worden, meldete Google.

Fr Apple viel interessanter drfte jedoch sein, was das Online-Anzeigennetzwerk MoPub berechnet hat. Die 12.000 iOS-Apps, die MoPub mit Werbung bestckt, wurden innerhalb des ersten Wochenendes nach der Google-Maps-Verffentlichung von 29 Prozent mehr iOS-6-Nutzern verwendet als zuvor. Die Schlussfolgerung: Millionen Apple-Anwender haben das berfllige Update erst eingespielt, als die Karten-App des Internetkonzerns wieder verfgbar war. Absolut verlsslich sind diese Zahlen zwar nicht, drften bei einer Milliarde am Tag von MoPub berwachten Werbeeinblendungen aber recht nah an der Wahrheit liegen.

Wer will schon ein iPhone ohne Google?

Und wenn es so ist, dass eine einzige Anwendung dafr sorgt, dass Millionen i-Nutzer ihre iPhones, iPads und iPods mit dem neueren, besseren und sichereren iOS 6 bestcken, wre es jetzt an der Zeit, sich bei Google zu bedanken. Und dass nicht nur wegen der Karten-App.

Apples zurckweisender Haltung zum Trotz verffentlicht Google eine iOS-App nach der anderen. So gibt es lngst eine neue YouTube-App und seit einigen Tagen die dazu passende App "YouTube Capture", mit der man am iPhone filmen und seine Videos gleich auf das Google-Portal hochladen kann. Auerdem liefert der Konzern eine Gmail-App, die so mancher komfortabler findet als Apples eingebauten E-Mail-Client, eine App zum Bearbeiten von Online-Dokumenten im Cloud-Dienst Google Drive und etliche andere, die fr viele Apple-Kunden unverzichtbar geworden sind.

Diese Apps sind ein wichtiger Teil dessen, was iPhone-Besitzer zu zufriedenen Kunden macht. Apple sollte Google dankbar sein.

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